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3 Tage in Jotunheimen – Ein gelungener Abschluss

Posted by on Juli 23, 2012

Kaum zu glauben, dass schon wieder drei Monate rum sind!
“Hätt ich glatt nochmal drei drauflegen können” dachte ich mir als ich nach anderthalb Stunden Schlaf am Montagmorgen um 7.20 in den Zug stieg und mich von meiner internationalen Familie verabschiedete.
Sichtlich gerührt, dass meine Besten tatsächlich morgens um 7 Uhr aufgestanden sind, nur um mit mir zum Bahnhof zu kommen, schlossen sich nun die Türen der Bahn und ich fiel völlig zerstört auf meinen Sitzplatz.
Ich hasse es, wenn das Packen anstatt der erwarteten Stunde gleich 4 dauern muss aber zugegebener Maßen hätte ich auch echt nicht erst um 1 Uhr Nachts damit anfangen müssen… War halt nicht so einfach sich von der netten Runde zu lösen aber dafür bezahlte ich jetzt wieder einmal mit meinem Befinden. Daneben verriet mir mein Hals bereits beim Aufstehen, dass ich wohl im Laufe des Tages auch noch krank werden würde. Nach weiteren anderthalb Stunden Schlaf im Zug gings mir dann aber schon um einiges besser und der Kreislauf begann in Gang zu kommen.
Als ich dann gegen 15.00 in Gjendesheim angekommen war, holte ich noch ein Paar Vor-Ort-Informationen über das Wetter ein, was mich relativ optimistisch stimmte (permanent ca. 10 Grad und sonnig bis wolkig für die nächsten zwei Tage) und machte mich auf den Weg richtung Besseggen (nach dem Preikestolen das belibteste Ausflugsziel Norwegens). Glücklich war ich auch mit dem Umstand, dass ich der Saison noch ein paar Wochen vorraus war und es damit auf der Standardroute noch nicht so überlaufen war. Nachdem ich ca. 2 Stunden unterwegs war fühlte ich mich als wenn ich Bäume ausreissen könnte. Trotz der kurzen Nacht, dem Kränkeln, den knapp 25 Kilo Gepäck im Rucksack (eigentlich sollten es ja nicht mehr als 20 werden) und den 800 zurückgelegten Höhenmetern ging es mir Prima. Ich dachte schon ich würde die Hälfte meiner gesamten Route schon am heutigen Tag schaffen bis ich dann mit dem Abstieg begann. Nachdem ich dann um ca. 19 Uhr die relativ steile Ostseite des Berges bis zum Grad zwischen den beiden Seen hinunter gestiegen war, hatte ich das Gefühl das mir jeden Moment meine Knie zerbersten. Für das Gewicht musste ich halt einfach immer zu tief in die Knie gehen, was alles andere als wohltuend war-.-
Also hab ich mir ein schönes Plätzchen gesucht, um mein Zelt aufzuschlagen (was in der Geröllandschaft auf 1500 Metern Höhe mitten im Tauwetter garnicht so einfach war). Nach einem vorzüglichen Dinner (es gab mal wieder Reis mit Bouillonwürfel) und etwas Naturgenuss ging es dann zum regenerieren ins Zelt. Die Nacht war dann allerdings dermaßen windig, dass ich nach ner Stunde Schlaf wieder aufgewacht bin und erstmal bis 1 wach lag >.<
Naja, alles besser als Regen dachte ich mir aber der war ja auch net angesagt (dachte das man dem Wetterbericht wenigstens für die nächsten 24 Stunden vertrauen kann).
Morgens so gegen 11 wurde ich dann vom Gegenteil überzeugt. Langsam und widerspenstig öffneten sich meine Augen, während Gott begann seine riesigen Tränen auf mein Zeltdach zu weinen :(
Was war ich froh als es nach ein paar Minuten wieder aufhörte. Also schnell raus, und Alles eingepackt. Auch das Frühstück hab ich mir für später aufgehoben, da ich über dem See schon einige ernstzunehmendere Regenwolken in meine Richtung ziehen sah. Und der Regen, vor dem ich zu entkommen versuchte, war nicht das einzige was mir zu schaffen machte, denn meine Knie, Füße und vor allem meine Gesundheit hatten sich noch nicht wirklich erholt. Das machte das Gehen mit dem Rucksack schon wenig vergnüglich aber als der Regen mich dann eingeholt hatte und mein Magen sich mehr und mehr über das fehlende Frühstück beschwerte begann meine Stimmung wirklich gen 0 zu sinken. Gott was war ich froh als ich nach ca. 2 Stunden dann endlich die Hütte von Memurubu sah und mir ausmalte wie fürstlich ich dort vielleicht schon in einer halben Stunde mein Müsli verdrücken werde. Von dem ausgedehnten Nachmittagsschläfchen noch gar nicht zu reden :)
Nachdem ich dann endlich angekommen war bestand der Tag eigentlich auch nur noch aus Essen, Schlafen und einigen sehr netten Unterhaltungen mit einem belgischen Pärchen und zwei Israelis (welche mir auch in Gjendesheim schon begegnet waren).
Am nächsten Tag war das Wetter dann zum Glück wieder mit mir!
Da mein Gesundheitszustand sich bis dahin noch nicht großartig verändert hatte, beschloss ich anstatt meiner ursprünglich für diesen Tag geplanten Strecke, nur eine Runde durch das Tal zu drehen, an dessen Ausläufer sich die Hütte befand. Eine gute Entscheidung wie sich nach und nach herausstellte. Ohne jeglichen “ich will bis heute Abend da und da angekommen sein”-Druck und vor allem ohne mein ganzes Gepäck konnte ich die ganze Natur um mich herum erheblich intensiver erleben und genießen, als das vorher der Fall war. Für den Rest dieses Tages kann ich wieder mal nur auf die Bilder verweisen… Am Abend gings dann mit der Fähre zurück nach Gjendesheim, wo ich zusammen mit den Israelis noch ein wenig die Umgebung erkundete.
Am nächsten Morgen stand dann auch schon wieder die Heimreise an. Belohnt wurde ich für all meine Reiselust noch einmal mit einem traumhaften Sonnenaufgang und einem strahlend blauem Himmel, unter dem ich dann natürlich auch wieder mein fürstliches Frühstück einverleibte :)
Los gings mit ca. anderthalb Stunden Bus und einer anschließenden 6 stündigen Wartezeit für die Bahn.
Da ich Bahnhof und Stadt vor 3 Tagen bereits gründlicher als nötig erkundet hatte, beschloss ich mich an diesem Tag für eine letzte kleine Wanderung auf einen nahe gelegenen Berg. Nachdem ich die 600 Höhenmeter ohne nennenswertes Gepäck in unter einer Stunde überwunden hatte, beschloss ich auf dem Gipfel erstmal ein wenig zu rasten^^ Keine Ahnung was mich dazu getrieben hat da so hoch zu rennen… Naja, umso mehr Zeit hatte ich jetzt fürs Gipfelhocken, Hinuntersteigen und die Suche und den Kauf einer “Elchwurst”, die ich unbedingt noch mit nach Hause nehmen wollte.
Nachdem die letzte Zugetappe auch noch überwunden war, freute ich mich auf den warmen, sauberen Flughafen, in dem ich mir eine komfortable Nacht erhoffte (mit Isomatte und Schlafsack). Eine große Überraschung sollte mir allerdings noch bevorstehen, denn als ich mich bei der guten Dame an der Information erkundigte, ob es in Ordnung sei, wenn ich mich einfach irgendwo auf den Boden bette, bekam ich zu hören, dass sie in einer Stunde schließen würden :D Okay… Immerhin war ich nicht der Einzige der in seinem Leben noch nie auf einem Flughafen gewesen ist, der nachts einfach so dicht macht. Gemeinsam mit zwei Mexikanerinnen und einer Norwegerin machte ich es mir dann im Treppenhaus vom Parkdeck gemütlich. Das war zwar nicht annähernd so sauber wie der Flughafen selbst, allerdings noch um Welten sauberer als die Parkdecktreppenhäuser die man aus Deutschland so kennt.
Nachdem ich trotz allem einen ziemlich guten Schlaf gehabt hab, fingen allerdings irgendwann die Leute an zu nerven, die sich tatsächlich erdreisteten und an mir vorbei stiefelten. Daraufhin entschied ich mich dann für ein ausgedehntes Frühstück und wartete anschließend geduldig auf meinen Flug, welcher gegen viertel vor 3 starten sollte.
Das waren nun also meine drei Monate Norwegen und ich kann nur sagen: Ich bereue nichts!
Bin echt wunschlos glücklich mit meinem Trip und wer weiss wie langs dauert bis ich wieder hierhin zurück kehre..
In diesem Sinne: Bis spätestens in zwei Monaten! Im September gehts dann nämlich schon wieder weiter :)

 

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