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RoadTrip – Perth nach Exmouth

Posted by on März 10, 2013

Nachdem die Storageprobleme auf unserem Server jetzt der Vergangenheit angehören, ergötzt euch nun am längst überfällige Post zum Thema Roadtrip! Vorweg kann man schonmal sagen: Es war ein mordsgeiler Trip mit einer mordsgeilen Gruppe, besten Dank an alle die mitgewirkt haben! Also los gehts:

2.2.13
Nach mittlerweile 7 Wochen mit der WBL-Fam wirds langsam mal Zeit weiter zu ziehen. Anlass dazu gab die gute Mailin, welche vor etwas über einer Woche im Hostel ankam und uns (Patrick und mir) von ihren Plänen zum Thema “Roadtrip nach Exmouth” erzählte. Die Frage ob wir mitkommen wollen bejahten wir kurzer Hand einfach. Die zwei anderen Kumpanen Daniel und Marcel verkündeten ihre Zustimmung dann einige Tage später.
Bestens gerüstet machten wir uns an diesem sonnigen Samstag also mit Daniels Campervan und gemietetem Corolla auf in unser 10 tägiges Abenteuer. Aus dem geplanten „um 9 geht’s los“ wurde dann selbstverständlich auch wieder ein „halb 2 ist ja auch noch okay“. Aber wie es ja immer so ist schafft man am ersten Tag doch noch so einiges.
So drehten wir an diesem Tag einige Runden durchs übel riechende Lancelin und gingen dort Sandboarden (was man auf jedenfall mal gemacht haben sollte). Da wir uns die Boards leider vor der Ausgabe nicht richtig angeschaut hatten, gab es nach dem Spass dann noch eine angeregte Debatte mit der guten Dame von der Ausgabe und ihrer Managerin (bei einem Board war die Bindung kaputt). Da die Beiden von dem Gedanken, uns die volle Miete zu erstatten, nicht sonderlich angetan waren, entschloss sich der gute Marcel dann für eine etwas rigorosere Verhandlungsvariante. Er drohte einfach damit den Laden um Shopartikel mit einem Wert in Höhe unserer zu erstattenden Miete zu erleichtern (was er dann auch tat). Plötzlich wurden die guten Damen dann einsichtig, erstatteten uns die Miete und verabschiedeten uns mit einem netten „You fuckin pathetic! Never come back again!“.
Abends schlugen wir unsere 12 Dollar-Zelt dann im „Rape Inn“, einem recht zwielichtig drein blickenden Campingspot inmitten des Outbacks auf und hatten noch einen schönen Abend. Der Höhepunkt des Abends bestand dabei in der Sichtung eines undefinierbaren Flugobjekts, welches beim Eintritt in die Atmosphäre mit einem unglaublich langen, breiten und bunten Schweif verglühte.

3.2.13
Nach einem massiven Bienenangriff direkt nach dem Aufwachen, packten wir einfach so schnell wie möglich unsere sieben Sachen und fuhren weiter in Richtung Geraldton. Dies war dann auch das letzte „Ballungsgebiet“, was wir für die nächsten Tage zu Gesicht bekommen sollten, welches der Bezeichnung „Stadt“ noch gerecht wurde. Nach einem Frühstück im „Dome“, ner Runde Gammeln am Strand und einer Dusche im Kinderwasserpark gings dann weiter gen Port Gregory. Hier wollten wir den „Pink Lake“ – ein See der auf Grund irgendwelcher Bakterien tatsächlich Pink ist – bestaunen. An dieser Stelle bekamen wir zum ersten mal zu spüren, warum hier grad nicht wirklich Reisesaison herrscht. Aufgrund des pervers heissen und ebenso niederschlagsarmen Sommers war der See doch recht klein geworden. Soll heissen das Matschloch war also nicht so der Hammer -.-
Als erheblich spektakulärer empfanden wir da ein kleines öffentliches Klohäuschen auf der Küstenseite des Dorfes. Die sanitäre Einrichtung bestand hier ausnahmslos aus gebürstetem Edelstahl wobei die Toiletten und Waschbecken mit ihren sanften Rundbauelementen auf eine sehr zurückhaltende Art und Weise auch mal zu einer längeren Sitzung einluden.
Die relativ breite Ausführung des Pissoirs bietet Kapazitäten für bis zu 3 Personen und befindet sich am Ende der Örtlichkeit. Mit seiner kantigen Bauform differenziert es sich harsch vom gemütlichen Raumklima und strahlt in erster Linie Effizienz und Zweckmäßigkeit aus. Man könnte es auch ohne Vorbehalt als das Expressabteil der Örtlichkeit bezeichnen, was allerdings keineswegs negativ auffällt. Diese recht spielerische Zusammenstellung korrespondiert dabei perfekt mit den massiven Sandsteinwänden, welche in schlichtem mediterranen terrakotta daherkommen und der Örtlichkeit im Gesamten zu einer recht wohnlichen Atmosphäre verhelfen. Aufgrund dieser hohen architektonischen Stimmigkeit fällt es im Praxistest auch leicht über kleine Unsauberkeiten auf dem sonst gut geführten Boden hinwegzusehen. Deutlich wird dies an der in Toilette 2 befindlichen Toilettenpapierrolle, welche mit viel Sinn für Ästethik auf dem Toilettenkabinenboden verteilt wurde. Grazil schlängelt sie sich über den Boden um dann am Toilettensockel ihr Ende zu finden. Ein Gedicht!

Nach diesem kleinen kulturellen Exkurs gings dann weiter nach Kalbarri, was wir später noch besser kennen lernen sollten als uns lieb war…
Nach einer recht erfolglosen Shoppingtour (weil in dem Kaff irgendwie alles um 4 oder früher zu macht) fuhren wir weiter zu unserem nächsten Campingplatz, welcher hinter dem etwa 70 Kilometer breiten Kalbarri Nationalpark gelegen war. Hier sah es dann auch schon erheblich einladender aus als auf dem der letzten Nacht. Somit schliefen wir in dieser Nacht auch (fast) alle besonders gut :)

4.2.13
Anstatt der Bienen waren es an diesem Morgen raue Mengen von Fliegen, die uns zu attackieren begannen, als wir unsere Zelte verließen. Zurück in Kalbarri waren wir einkaufstechnisch heute erheblich erfolgreicher als am Vortag. Als wenn das nicht schon erfreulich genug wäre fanden wir im Anschluss auch noch eine öffentliche Toilette mit kostenlosen Duschen an der Aussenwand. Das is das praktische, wenn man an der Küste entlang reist – an jedem Strand gibt’s öffentliche Klos und Duschen :)
Der Strand war allerdings mindestens genau so langweilig wie Kalbarri selbst, also machten wir uns nach unserer Dusche sofort auf zum Nationalpark. Da hierfür eigentlich ein Geländewagen mit Vierradantrieb (hier in Australien „FourWheelDrive“ oder einfach nur 4×4) empfohlen wurde, ließen wir den Van auf dem Parkplatz stehen und quetschten uns zu fünft in den Corolla, welcher gleich dem Härtetest seines Lebens unterzogen werden sollte.
Die gleiche Straße, die wir campingbedingt bereits 2 mal befahren hatten, führte uns auch dieses mal wieder zum Ziel – eine Dirtroad in Richtung „Z-Bend“ und „The Loop“ inmitten des Kalbarri National Parks. Nachdem wir bei 30 km/h bereits das Gefühl hatten, das das Auto jeden Moment beginnt wie in einem Cartoon zu allen Seiten in seine Einzelteile zu zerfallen, bis wir dann 5 Sekunden später nur noch auf Grundgestell und Rädern zum stehen kommen, beließen wir es erst einmal bei 10 km/h. Eine halbe Minute später waren wir uns dann doch einig die Situation noch einmal voll aus zu reizen (wir haben die Vollkasko ja schließlich nicht um sonst gebucht ;)

Festzustellen bleibt nach dieser Aktion:
- bereits ab 35 km/h wird das Auto schon wieder leiser, da es beginnt
einfach über die Huckel und Schlaglöcher hinweg zu fliegen
- ab etwa 50 ist das Geholper kaum noch zu spüren
- ab 60 lenkt sich das Auto nach Aussage des Fahrers Patrick bereits
mehr wie ein Boot als wie ein Auto, da es nicht mehr über die Huckel
hinweg fliegt sondern durch sie hindurch schwimmt
- ab 70 verliert das Lenken nahezu komplett seine Bedeutung
- ab 90 hab ich angefangen zu beten das uns nicht von irgendwo plötzlich ein Auto entgegen kommt
- als wir die 100 geknackt hatten, beschloss der gute Patrick dann
Gott sei dank das wir jetzt schnell genug vorankommen :D

Zu unser aller Erstaunen haben die über 50 Kilometer „wie Colin McRae durch den Park heizen“ unser Auto in seiner Funktion keines Wegs beeinträchtigt (sogar trotz des Japanerhandicaps!). Das einzige Andenken was uns geblieben ist war ein von nun an latentes Geklapper irgendwo im Innern der Türen :D
Am Z-Bend (der ersten Station) angekommen schlug uns beim Aussteigen zu erst einmal die brütende Hitze entgegen – an die 50 Grad und fast komplette Windstille. Dafür war die Luft aber schön trocken :D Das sie das schon seit Monaten ist ließ sich leicht in der Umgebung erkennen. Ausser ein paar Fliegen, welche uns natürlich gleich gebührend begrüßten, gab es hier einfach kein Leben mehr… Nach etwa 500 Metern Fußmarsch waren wir dann auch schon an der Aussichtsplattform und erfreuten uns an dem für meine Begriffe echt geilen Ausblick. Leider machte sich die Trockenzeit auch hier dahin gehend bemerkbar, dass es in der Schlucht ungefähr gar kein fließendes Wasser gab und wir daher noch weniger Baden gehen konnten, als wir Bock hatten zurück zum Auto zu laufen.
Am Loop erwartete uns dann fast das Selbe. Wieder ein mordsgeiler Ausblick ohne brauchbares Wasser. Alles was übrig geblieben war, waren ein Paar schlammige Wasserpfützen, in denen sich mehr Bakterien als Wasser zu tummeln schienen. Der Unterschied zum Z-Bend bestand hier im Vorhandensein einiger schattiger Plätzchen und einem 8 Kilometer langen Rundwanderweg. Diesen entschlossen wir uns dann allerdings zu überspringen, da wir in dieser unvorstellbaren Hitze kein großes Verlangen verspürten bereits nach den ersten 2 Kilometern verdurstet zu sein.
Danach gings also wieder zurück nach Kalbarri um den Van zu holen.

Die letzte Amtshandlung in Kalbarri bestand darin irgendwo in der Stadt einen Kaffee für unsere kleine Asiatin aufzutreiben, was selbstverständlich wieder in einer bodenlosen Enttäuschung endete.
Einstimmig beschlossen wir, dass wir diese „Stadt“ einfach nur noch hinter uns lassen wollen. So verließen wir Sie also wieder guter Dinge in Richtung Osten und fuhren damit zum 5ten mal durch den Nationalpark. Während wir die Pferderanch etwa einen Kilometer vor Kalbarri passierten feierten wir alle nochmal kurz, das wir hier nie wieder herkommen würden und traten aufs Gas.. ..bis uns dann knappe 40 Kilometer später der Van verreckt ist :(

Und genau so schmerzhaft wie es mir neulich im Kino klar geworden ist, als ich den „Hobbit“ zuende geguckt hatte, werde ich euch nun klarmachen das auch dieses Machwerk ein Dreiteiler ist. Und auf den nächsten Teil müsst ihr bestimmt noch ne Woche warten :( An einem Stück wär das auch maßlos zu viel gewesen. Hätte niemand mehr gelesen glaub ich >.<
Also viel Spass mitte Bilders und bis die Tage!

 

 

Und hier zu guter Letzt noch zwei Panoramas (draufklicken um das richtige Bild zu sehen):

Motorcrosscamp an der Lancelin Dünenfront


The Loop (Nationalpark)


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