Bunnys at the Busstop against East Hastings/Chinatown

Sonntag-Dienstag,05.05.-07.05.2013
Sonntag morgen aufgewacht und mich laberrich gefühlt.Kurz diesen zustand genossen bis Hilda mich fragte ob ich mit dem Hund gehe.
Auf den Bergen liegt noch Schnee! Da die Sonne in Vancouver richtig gas gibt(i love it) schmilzt dieser Schnee und somit ist das Wasser eiskalt.
Mit Hilda und dem Hund einen schönen Spaziergang gemacht.
Den restlichen Tag bin ich los nach Downtown. Den ganzen Tag über habe ich viele interessante leute gesehen.
Somit habe ich mir einen ersten eindrucken machen können, einfach nur herrlich!
Montag der erste Schuletag und natürlich muss man zuspät kommen,tat ich auch:-) aber egal keep calm!

Zeitsprung nun ist der 25.5.2013 ich habe vom 08.05.2013 bis zum 25.5.2013 keine Zeit gehabt meinen Blog zuschreiben.
Es gibt hier einfach zu viel zumachen und deswegen kommt man auch später nach Hause.
Da fällt es schwer sich nochmal aufzuraffen um etwas für den Blog zuschreiben.
Meine Herren und Damen hab ich viel erlebt in den letzten 3.Wochen!
Aber dennoch habe ich erst 6.Canadiar kennen gelernt, wenn man die Gastfamilie und die Lehrer von der Schule abzieht.
Die meisten Leute hier in Vancouver sind aus Südkorea,Japan,China,Schweiz und Brasilien.
Und diese Leute treffe ich auch in Bars, es ist momentan nicht möglich Canadiar zutreffen.
Ich weiss gar nicht was ich schreiben soll es ist einfach to much.
Ich kann euch schon von Wilden Party Nächten erzählen bis hinzu gemütlichen Raddel und Bersteiger touren.
Oder aber auch das man an einer Bushaltestelle steht, sich nix bösen denkt und ich plötzlich ein Playboy-Bunny-Car mit 2 Bunnys sehe.
Die dann prompt auf ein:Hello Bunnys! reagieren[wüsste nicht wann ich mein Organ letztes mal so mit einem Schrei belastet habe:-D]
Und schon ist man in besitzt eines kostenlosen Energydrinks und auf den Weg zum Schlittschuhlaufen.Wobei ich mich  nicht all zu dumm angestellt habe;-)
Lynn Canyon,Stanley Park,Grouse Mountain,Art Gallery of Vancouver,Rogers Arena,BC Stadium,Library of Vancouver the Big One,Gastown.
2 Orte aber verdienen besondere anerkennung: Chinatown und East Hastings Street[meine Schule ist in West Hastings].
Unszwar aus folgenden Gründen:
1.Ich habe bis jetzt noch nie so zerstörte Creaturen gesehen, es sollen angeblich Menschen sein.
2.Die Luft besteht aus feinsten Marijuana und Opium.
3.In den seiten Straßen liegen Matratzen zum Schlafen rum.
4.Wirklich jeder und wirklich jeder ohne groß anzugeben oder die Story aufzupeppen den in auf der East Hastings Street gesehen habe
hat mich nach Drogen gefragt. In 5.minuten die ich da verbrachte wahren das 7.Creaturen.
5.Eine der Polzei Stadion von Vancouver befindet sich in der nähe von East Hastings und da ist ein Tempolimit von 30km/h
aber man darf in diesem Gebiet seine Drogen verkaufen.
Fürs zuschnell fahren wird aber eine gebührfällig.
Deswegen bitte einmal lautstark und kräftig in die Hände klatschen für dieses wunderbare Areal=) Dank Schön!
Aber ich wunder mich schon warum East Hastings nicht in der Broschüre stand, die haben sogar einen Park der auf einem kompletten Foto zusehen ist.

An diesem Wochende bin ich bei Wayne und Sandy, in Chilliwack.Nächste Woche ist meine letzte Schulwoche und dann ist meine Vancouver Zeit schon um.

 

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Was ging so ab in Karratha?!

Zu erst mal Entwarnung: Es is hier mittlerweile um einiges erträglicher als während der ersten Tage. Die meissten Leute sind eigentlich komplett in Ordnung und super liebe Menschen. Das Hostel ist zwar immer noch ein Dreckloch aber die Atmosphäre ist super und nachdem ich nach zwei Wochen mit dem ersten Job abgeschlossen hatte war auch wieder genug Kohle da, um für den nächsten Monat sorgenlos über die Runden zu kommen.

Soll heissen, dass ich gleich am ersten Tag meiner Jobsuche nen Job als „Fahrzeugaufbereiter“ in einer Busvermietung gefunden habe. Hier putzte ich für zwei Wochen (a 40 Stunden) Busse und bekam dafür 25 Dollar pro Stunde. Denke das war ein ganz guter Start :)
An dieser Stelle machte ich dann die ersten Erfahrungen mit der „echten“ australischen Auffassung von Arbeitssicherheit. Jetzt weiss ich auch warum die sich hier mit ihrer WhiteCard (Berechtigung um in einer „Construction Area“ arbeiten zu dürfen) so anstellen…
Meine erste Arbeitsverletztung war ein kleiner Schnitt am Daumen, den ich mir zuzog als ich einen Bussitz von unten putzte und an einer Feder hängen blieb. „Safety first“ strazte ich also zu meiner Vorgesetzten und fragte nach einem Pflaster und Alkohol zum desinfizieren. Diese führte mich dann in den Chemikalienraum, in dem zwar bestimmt 20 halb aufgebrauchte und abgelaufene „Erste Hilfe Kits“ rumlagen aber leider kein Desinfektionsspray oder Alkohol oder was auch immer zu finden war. Eine Minute später kam sie dann mit einer recht großen Flasche wieder, auf der dick und fett von „Desinfection“ die Rede war. Ohne der Aufschrift weitere Aufmerksamkeit zu widmen (ich meine ich hab die grad von meiner OHS (Occupational Health and Safety Inspector) in die Hand gedrückt bekommen) schraubte ich also den Sicherheitsverschluss ab und kippte das Zeug auf die offene Wunde…
Mhhh, brennt jetzt aber doch ganz schön doll… Zur Sicherheit warf ich dann doch noch mal einen Blick auf die Flasche, wobei mir auffiel, dass es sich hierbei weniger um medizinisches Desinfektionsmittel, als viel mehr um ein ätzendes Scheuermittel für Krankenhäuser handelt. Okay, ungut – ätzend = Säure – also ab zum Waschbecken und das Ganze mit Seife neutralisieren – wir haben ja im Chemieunterricht alle aufgepasst. Als sich das als wenig effektiv entpuppte fiel mir wieder ein wie unsere Chemiestunden bei der Seifert-Weber damals ausgesehen hatte. Kein Wunder dass das nix wird >.< Nochmal auf die Flasche geguckt und festgestellt, dass das Scheuermittel alkalisch ist, logisch das die Seife das dann nicht unbedingt besser macht… Da besagte OHS bereits über alle Berge war, spülte ich die Wunde einfach weiter mit Wasser aus, bis es dann irgendwann besser wurde und gab mich damit zufrieden.

Okay, vielleicht lag das jetzt nur an ihr, wollen wir ja nicht gleich pauschalisieren. Nach dem nächsten Vorfall wurde ich allerdings nachdenklich.

In der Lagerhalle befindet sich an der Vorderwand eine Art Mezzanin (ein offenes höher gelegenes Stockwerk). Der Boden besteht aus 2 – 3cm dicken Pressholzplatten, welche in einem Abstand von etwa einem Meter auf Stahlträgern aufliegen und trägt Dinge wie Bussitze oder Karosserieteile. Einen stabilen Eindruck machte mir das Ganze von Anfang an irgendwie nicht aber richtig verunsichert war ich, als ich das erste Loch im Boden entdeckte, was lediglich mit einer Sperrholzplatte abgedeckt war. Hier war wohl vor ner Woche schon einer mit einem Bein eingebrochen, als er was Schweres getragen hat. Naja, die werdens schon wissen, ich werd da oben nichts Schweres durch die Gegend schleppen dachte ich mir…

Eines Tages hievten wir dann einen Doppelsitz in Richtung des besagten Stockwerks, welcher vom eh schon gut gebauten Drake (oder Brad oder wie auch immer der Typ hieß) entgegen genommen wurde. Kaum hatte er ihn entgegen genommen brach gleich mal son ganzer Quadratmeter unter seinen Füßen weg und der Sitz kam uns wieder entgegen. Halb auf dem Stahlträger sitzend und mit einem Bein im darunter liegenden Stockwerk hängend, schaffte er es zum Glück noch den Sitz weit genug hoch zu ziehen, um ihn vor dem herunterfallen zu sichern. Wie man sich vorstellen kann, sah weder sein Bein noch der Boden aus, als wenn sie das noch ein zweites mal aushalten würden. Nachdem wir dann alle herzlich gelacht haben (was ja völlig okay ist) entschieden sich zu meinem entsetzen allerdings alle (inklusive Chef und OHS, welche grad zufällig vorbei kame) da auch einfach ne Sperrholzplatte drüber zu nageln. Bin ich mal gespannt, wann sich der erste das Genick bricht >.<

Wie dem auch sei, zwei Wochen später fand ich den nächsten Job als „Trade Assistant“ auf nem Boot ungefähr 20 Kilometer vor Dampier. Mieseste Nachtschichten die ich je geschoben hab :D Drei Tage lang, 15 Stunden pro Nacht männlichste Stahlarbeiten verrichten (bis auf die ersten 6 und die letzten 4 Stunden). Neben nem Frühstück, einmal Kochen und Essen und dem Arbeitswegen blieben mir pro Tag noch entspannte 6 – 7 Stunden zum Schlafen .. von 8 Uhr morgens bis 2 Uhr Mittags. Zugegeben warens nun nicht gerade die erholsamsten Tage aber dafür recht lukrative… Bei 40 Dollar für die ersten 10 Stunden und 50 für jede Weitere, lag ich am Ende bei über 2000 Dollar in 3 Tagen. „Fair enough“ sagt der Aussie…
Und wem hab ich diesen Job zu verdanken? Den komplett bekloppten australischen Sicherheitsvorschriften! Das australische Gesetz besagt nämlich, dass jedes Wesen das irgendwo schweisst einen Assistenten haben muss (den so genannten Fire Spotter – siehe vorheriger Post), der mit einem Feuerlöscher hinter ihm steht und aufpasst das kein Brand ausbricht. Und das hab ich die ersten 6 Stunden gemacht, rum gestanden und aufgepasst das kein Brand ausbricht :D
Vor allem wo ich gestanden hab :D Mitten auf dem Boot, etwa 30m x 30m freie Fläche und das Deck bestand ausschließlich aus Stahl, was zur Hölle soll denn da brennen? Naja, irgendwann wurd mir das dann zu blöd (stellt euch vor ihr müsst mitten in der Nacht 6 Stunden lang auf der Stelle stehen, das ist alles andere als angenehm) und ich hab angefangen Schweissnähte vorzubereiten (z.B. Korrosion weg schleifen), Zeug durch die Gegend zu schleppen und aufzuräumen. Mit anderen Worten muss wahrscheinlich auf den Rechnungen für jeden Schweisser auch ein Assistent auftauchen damit es Gesetzeskonform ist aber ob ich nun wirklich daneben stehe interessiert niemanden.

Diese Einstellung setzte sich auch hier wieder so fort. Ob es nun um das strikte Alkoholverbot (ohne Bier hat sich da vor der Schicht niemand dazu berufen gefühlt, sich in Richtung Auto zu bewegen), das Rauchverbot in den Autos (hab ich je in einem von den Autos gesessen ohne das mindestens 2 Zigaretten an waren?!), das melden potentieller Gefahrenquellen oder die Einweisung in die arbeitsplatzspezifischen Sicherheitsvorschriften ging – es war einfach scheissegal. Am geilsten war der Philippino mit dem ich zusammengearbeitet hab. Eines Nachts machte sich die fehlerhafte Isolierung der Schweissleitung (da gehen schonmal 100 Ampere durch) mit einem recht deutlich vernehmbaren zischen und einem riesigen Lichtball bemerkbar, als die Leitung durch einen unglücklichen Zufall Kontakt zum Schiffsdeck bekam. Er trat sie einfach zur Seite um die Verbindung zum Schiffsdeck zu trennen und packte nen Stück Plastik drunter. Als ich meine Bedenken äusserte bekam ich nur ein „aah no worries, its good“ zu hören.
Auch der Umgangston auf dem Schiff unterschied sich geringfügig zu dem, was man aus unserem höflichen serviceorientierten Deutschland her kennt. Manche Leute waren nicht in der Lage 5 Worte zu einem Satz zu verbinden ohne mindestens einmal das Wort „fuck“, „fucking“, „fucked up“ oder eine der vielen anderen Konjunktionen dieses Wortes in den Wortfluss zu integrieren.
Wie auch immer, für die Paar Tage hab ich den Job echt gefeiert :D

Nach dem Job war dann erstmal wieder Ruhe. Jegliche Streifzüge durch die LIA (Indusriegebiet), Anrufe bei Firmen und Besuche in Arbeitsvermittlungen verliefen im Nichts. Bis ich dann eines schönen Tages einen Anruf von Monadelphous erhielt.

Monadelphous ist einer der größten Serviceprovider der australischen Miningindustrie. Ziemlich schwierig in den Sektor rein zu kommen aber mit meinen dutzenden Anrufen und unzähligen Mails schien ich den Jungs genug auf den Sack gegangen zu sein um mich zu qualifizieren. Nachdem ich den “Recruitment Consultant” in unserem etwa 20 minütigen Telefoninterview mit reichlich befriedigenden Antworten gefüttert hatte, lud er mich in die nächste Runde ein (Tauglichkeitstests). Der Job für den ich mich qualifiziert hatte trug die Bezeichnung „Trade Assistant for a Gasplant Shutdown“. Was ich da nun genau machen sollte wusste ich nicht, nur das ich 12 Stunden pro Tag an 13 Tagen pro „fortnight“ (2 Wochen) für insgesamt 5 Wochen lang arbeiten würde und dafür 50 Dollar pro Stunde bekomme. Bei freier Unterkunft und Essen macht das am Ende ein Plus von über 10 000 Dollar, das lohnt sich!
Und was zur Hölle hat mich nun dazu bewegt diesen Überjob sausen zu lassen?!?!?
Das erfahrt ihr in der nächsten Folge, wenn es wieder heißt….

Achja und natürlich auch noch nen paar Bilder:

 

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Anreise nach Vancouver

Kurz nach dem ich die Seabus Station nach rechts verlassen hatte.

Samstag,04.05.2013
Als das Flugzeug von Frankfurt in Calgary landete war mir klar: Du betrittst gleich Kanadischen Boden.
Raus aus dem Flugzeug, dem Tunnel und dann machte ich den ersten Kandischen Schritt.
Es war genial den ich trat auf einen weichen angehemen Teppich bis zur Rolltreppe.
Vor dieser langen Rolltreppe fielen die ersten Worte auf Kandischen Boden: Welcome to Calgary, i hope you enjoy your trip.
Okay, die Oma die das am Flughafen von Calgary sagte macht das den ganzen Tag.
Nur wurde ich noch nie zuvor mit so einer warmherzigen höflichkeit wie dieser in einem mir noch fremden Land begrüßt.
Nach dieser sehr entspannten empfängnis ging es weiter zum Kanadischen reinlasser. Kurz seine einfachen fragen beantwortet, einen intensiven Blick ausgetauscht
und dann war der Stempel im Reisepass. Grandios!
Der Flughafen von Calgary hat mir gut gefallen, es gab sogar einen künstlichen Wasserfall,nur echte Kandische Leute gemischt mit einer Handvoll Reisenden und mir.
Erneut eingecheckt und dann wagte ich einen Blick aus einem Riesigen Fenster.
In einem sehr weichen Sessel(ja Sessel, die haben Sessel auf dem Flughafen richtig große weiche,braun oder grün)
welcher direkt vor dem Fenster standen genoss ich diesen Blick 1 1/2 Stunden lang, bis ich nach Vancouver weiter flog.
Ab in den Skytrain der sich dann doch entschieden hat eine Ubahn zu sein bis zur Waterfront mitgefahrnen. Raus aus der Ubahn(Skytrain) und ab in den Seabus(ein Boot,
kein Schiff) bis nach North Vancouver.
Normalerweise hätte ich gleich in den nächsten Bus steigen können dann wäre alles reibungslos abgelaufen,aber das wollte ich nicht mich packte eine Entdeckerlust.
Die Seabus Station in North Vancouver mit einem entschlossen gang nach rechts verlassen. Gute Idee,aber nur für die nächsten 20.minuten.
Danach hatte ich mich dann doch verlaufen. Irgendwann an einer Gasstation angekommen wo ich mir dann doch ein Taxi rief. 1:0 Kanada.Whatever.
Bei der Gastfamilie viel mir dann als erstes Kevin(human,age,21) in die Arme, welcher gerade seine Felgen lackierte,auf der Einfahrt, ohne Schutz, nur mit kurzer Hose
und freien behaarten Oberkörper.
Kia(Dog,age,6) und Hilda,Grandma(Human,age,???) lernte ich als nächstes kennen.Kattie und Rob werden erst Sonntagabend wieder da sein,
Grandma Hilda ist eine Grandma die 3.mal die Woche zum Sport geht und sehr sehr fit ist. Als ich mich kurz setzte ein Brot aß kam Kevin um die Ecke:
Do you want some Bear?
Die nächsten stunden verbrachte ich mit Kevin, seinen frisch lackierten Felgen und Bier. Wir haben uns aufanhieb gut verstanden,er arbeitet als Tischler.
Was die Hausregeln betrifft bin ich sehr überrascht. Ich darf nur nicht von 10.pm bis 5.am duschen. Ansonsten gilt folgende “Regel”: Do what you want to do!
Also die Lebenseinstellung für die nächsten 3.Monate.Awesome!!
Fotos habe ich noch nicht so viele gemacht da ich diese ersten Momente von der wunderschönen Stadt und Umgebung für mich haben wollte,
als die ersten Augenblick mit knipsen zuvergeuden. Es werden aber noch welche folgen…

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Die härtesten Jobs der Welt

Die recht ergiebigen Vorkommen an Bodenschätzen oder besser gesagt deren Förderung sorgt im guten Australien (wie vielen mit Sicherheit hinlänglich bekannt) für ein recht hohes Maß an „Geld auf der Straße“. Das heißt für die denen ich das noch nicht irgendwann mal geschildert hab – Während meiner Reisen ist mir Eines im Bezug auf Wirtschaft und Arbeitswelt aufgefallen: Um so mehr Geld irgendwo im Umlauf ist und um so mehr Profite erzielt werden, umso abstruser und ineffizienter werden Prozesse, Arbeitsorganisation und eigentlich auch sonst alles was mit Arbeiten zu tun hat (globale Unternehmen ausgenommen). Und da ich noch nie irgendwo unterwegs war wo mehr Geld für komisches Zeug über ist, gibts hier folglich auch den abgedrehtesten Quatsch zu bewundern :D Um zum Punkt zu kommen:
Was ich euch mit diesem Post vorstellen möchte, ist meine persönliche Top3 der abstrusesten australischen Jobs, die mir hier bis jetzt übe den Weg gelaufen sind.

Auf Platz 3 befindet sich der Typ der das Schild hält (irgendwie weiss kein Mensch wie die Jobbezeichnung dazu lautet :D):
Der Name des „Typen der das Schild hält“ ist Programm. Wann auch immer irgendwo eine Baustelle, Ausbesserungsarbeiten an Straßen oder andere verkehrsbehindernde Arbeiten vor sich gehen, braucht man den „Typ der das Schild hält“. Er steht für gewöhnlich vor dem Geschehen auf der Straße und – hats schon jemand erraten? – hält ein Schild. Auf diesem Schild steht auf der einen Seite „Slow“ und auf der anderen Seite „Stop“. Die Crux an der Geschichte ist nun das er das Schild fortlaufend situationsgerecht wenden muss. Und selbst diese Typen verdienen hier oben noch mehr als 90 Prozent der Deutschen die ich kenne >.<

Auf Platz 2 befindet sich der so genannte „Fire Spotter“ oder auch „Shot Firer“. Das australische Gesetz besagt, dass jedes Wesen das irgendwo irgendetwas schweisst einen Assistenten haben muss. Und was macht dieser Assistent? Aufpassen! Im Prinzip steht man bei diesem Job mit einem Feuerlöscher hinter der schweissenden Person und passt auf das kein Feuer ausbricht. Wie sich jeder vorstellen kann besteht die größte Herausforderung in diesem Job nicht darin irgendwelche Feuer zu bekämpfen, sondern im Kampf damit nicht ein zu schlafen :D Ich weiss das, weil mir die Ehre dieses Jobs schon zu Teil wurde… Das heisst mir wurds dann irgendwann zu blöd und ich hab mich nebenbei noch um andere Dinge gekümmert aber im Prinzip ist das die große Herausforderung. Naja, bei über 40 Dollar pro Stunde war es mir das wohl Wert :D

Auf Platz 1 hat sich ein Aufgabengebiet katapultiert, von dem ich erst kürzlich erfahren hab! Hierbei handelt es sich um den „Mann mit der Fahne“. Der gravierende Vorteil des Mannes mit der Fahne gegenüber den anderen beiden Kandidaten ist, dass er wahlweise auch sitzend oder liegend arbeiten kann. So lange er nicht ein schläft dürfte das wohl alles okay sein… Der Mann mit der Fahne kommt immer dann zum Einsatz, wenn irgendwelche Arbeiten an Bahngleisen durchgeführt werden. Trotz der vorübergehenden Stilllegung und der physikalischen Blockierung der Gleise durch Betonblöcke die auf den Schienen montiert werden, muss der Mann mit der Fahne stets den Überblick haben. Er postiert sich mit seiner Fahne etwa einen Kilometer vor den Gleisarbeiten und muss diese Schwenken sobald ein Zug kommt. Abgesehen davon dass das nicht passieren wird, da die Gleise wie bereits erwähnt vorübergehend stillgelegt werden und zum weiteren Schutz die Betonblöcke vorhanden sind, verliert sich der Witz wirklich völlig, wenn man beachtet das der gute Mann so weit weg stehen muss, dass die Gleisarbeiter weder ihn noch die Fahne erkennen können. Mit anderen Worten steht der Typ mutterseelenallein im nirgendwo und macht wirklich überhaupt gar nichts, er muss einfach nur da sein… Und ich will nich wissen wie viel Geld man ihm dafür bezahlt :D

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RoadTrip – Pert nach Exmouth 3

So, nach mittlerweile über 2 Monaten hier nun endlich der letzte Teil der WestcoastSaga:

Wir waren also Back on the track Richtung Norden. Ohne weitere Pannen fuhren wir jetzt den ganzen lieben langen Tag weiter bis zu unserem nächsten Nächtigungspunkt. Andächtig saßen wir an diesem Abend auf der anschmiegsamen Betonbank mitten im nirgendwo und vertilgten unseren Reis, den wir diesmal ohne unseren Koch zubereiten mussten. Die Hauptattraktion war am heutigen Abend das Wetterleuchten am östlichen Horizont was von irgendnem Gewitter über der Wüste zu kommen schien.

Spannend wurds als wir dann auf der anderen Seite in der Ferne einen konstanten Lichtschein entdeckten, von dem auch noch leise Musik zu hören war. Okay, wir waren also MITTEN im nirgendwo (im Umkreis von bestimmt 150 Kilometern kein Leben) und da hinten dudelt Musik… Schnell waren wir uns einig: Das muss eine von diesen legendären Buschparties sein. Also wurde umgehend das Auto gesattelt und ab gings in Richtung Licht und Musik. Nach etwa ner Viertelstunde Autofahrt waren Licht und Musik allerdings restlos verschwunden und uns überkam alle gleichzeitig dieses merkwürdige Gefühl, grad als Hauptakteure in irgendner Reallife-Survivalhorrorshow unterschrieben zu haben. Mitten im Outback, mitten in der Nacht irgendwelchen vielversprechenden Erscheinungen hinterherzurennen, die sich dann plötzlich in Luft auflösen, klang dann doch irgendwie zu sehr gescriptet. Also ab gings zurück zum Camp. Paranoid wie wir mittlerweile waren durchleuchteten wir natürlich erstmal die Zelte, Büsche und Sträucher und auch sonst alles was sich im Umkreis von 100 Metern um unser Auto befand. Nachdem wir weder den Serienkiller noch irgendwelche Zigeunerzinken, Hexenmale oder andere beängstigende Botschaften ausmachen konnten, fühlten wir uns schon wieder ein ganzes Stück sicherer. Patrick und Mailing hielt das zwar trotzdem nicht davon ab die Nacht halbwach im oder auf dem Auto zu verbringen aber was solls. Dafür werden wir uns glaub ich noch lang dran erinnern :D
Achja, und so richtig barbarisch heiß wars die Nacht auch (zum ersten mal auf unserem Trip)!

9.2.13

Erster Stopp an diesem Tag war Carnavon, wo wir uns am örtlichen Barbequeplatz erstmal wieder eines unserer legendären Eier-Käsesandwich-Frühstücke gönnten und danach shoppen gingen. Am Ende hatten wir viel viel Geld für Fliegennetze (die wir bis heute nicht einmal gebraucht haben), nen Zigarettenanzünder-USB-Charger (der ungelogen nach ca. 10 Sekunden kaputt war) und irgendwas für Mailing (was sie aufgrund der unfähigen Kassiererin doppelt bezahlt hatte) ausgegeben und fuhren weiter in Richtung Blowholes. Ja die Dinger heissen Blowholes :D
Dort angekommen gönnten wir uns ne Stunde in einer echt schönen Bucht, in der das Wasser allerdings viel zu warm war, machten ne Rundfahrt durch ne verlassene Hippiekommune, die ausschließlich aus Wellblechhütten und Wohnwagen bestand und amüsierten uns zu guter Letzt köstlich über die Blaselöcher.
Diese waren einfach nur Löcher im Boden des felsigen Küstenabschnitts, die das Ende einer Höhle darstellten, die ihren Ursprung irgendwo unter Wasser an der nahe gelegenen Klippe hatte. Kommt nun ne Welle wird das Wasser in die Höhle und damit aus besagtem Ende wieder heraus gepresst, was eine locker sechs sieben Meter hohe Fontäne zur Folge hat. Witzig war das so für ne halbe Stunde. Dann wurds langweilig und wir fuhren weiter gen „Coral Bay“. Da sind wir dann auch irgendwann angekommen, haben aber gaub ich net mehr wirklich viel gemacht… Das einzige an was ich mich von dem Abend noch erinnere sind die ausgezeichneten Spagetti Bolognese, die wir uns spät abends noch reingeballert haben.

10.2.13

Vamos a la Korallenbucht! Das heisst gleich nachm Frühstück Schnorchelzeug gemietet und weiter gings Richtung Bucht. Nach einem zermürbenden Fußmarsch von bestimmt 5 Minuten durch die sengende Mittagssonne, stürzten wir uns unvermittelt ins kühle Nass und begannen mit unserer Erkundungstour. Der Strand ein Traum, das Wasser glasklar und das Wetter wie immer perfekt also was will man mehr?! Gesehen haben wir überraschend viele bunte Fischis und Unmengen von Korallen. Allerdings nicht die Bunten die wir alle aus dem Fernsehen kennen, sondern ausschließlich Grüne und Blaue, da das Farbspektrum des Sonnenlichts in den subtropischen Zonen nun mal einfach nix anderes hergibt >.< Egal, war trotzdem ein Hammertag. Da ich mich mittlerweile leider kaum noch an irgendwelche witzigen Anekdoten erinnere belasse ichs mal dabei und verweise wie immer auf die Bilder aus unserer Lieblingsunterwasserkamera :)
Abends gabs dann wieder fein was zu essen und die üblichen 12 Bier bei ner Runde Karten mit unserem Kartenspiellegasteniker Marcel, welcher sich, wie ich mich zu erinnern glaube, allerdings ziemlich gut geschlagen hat.

11.2.13

An diesem denkwürdigen Tag hab ich mich tatsächlich mal erdreistet mit den anderen eine Tour zu Buchen und somit Geld für irgendwas auszugeben, was nix mit Essen oder Schlafen zu tun hatte. Früh morgens um 10 sind wir also mit einem Glasbodenboot Richtung Korallenriff aufgebrochen und sollten auf dem Weg eine Menge zu sehen bekommen. Am meissten gabs dabei natürlich während der eingeschobenen Schnorcheltrips zu bewundern. Bei den ganzen Schildkröten, Haien, Fischschwärmen und Seepferdchen kann selbst ich als größter Knauser Australiens abschließend sagen, dass diese 50 Dollar mehr als gut investiert waren :)

Nach diesem Erlebnis gings dann weiter nach Exmouth, wo wir iwann Abends um 8 eintrafen … folglich wars da bereits dunkel und damit ging das nächste Abenteuer los.
Alles was wir wussten war, das unser Campingspot sich irgendwo im „Cape Range Nationalpark“ befand. Da es die guten Navis verständlicherweise nich so mit Dirtroads in Nationalparks haben, hiess die Taktik wieder studieren über probieren (im 505 km² großen Nationalpark). Mit den Worten „Hi we are Gliedschatten and this is Jackass“ bogen wir in die erste Dirtroad ein und gaben dem Auto nochmal so richtig. Die Wege in diesem Park waren gelinde gesagt in einem etwas weniger gut befahrbaren Zustand als die in Kalbarri und der Umstand, dass es komplett dunkel war, machte das Ganze nicht besser. Einige Stunden später fanden wir mit komplett demoliertem Unterboden und gefühlten 8362937 Achsenbrüchen wie durch ein Wunder doch noch zum begehrten Schlafplatz. Das zweitbeste an diesem Abend war der unbeschreibliche Sternhimmel, welcher hier am Strand liegend noch um ein vielfaches besser kam, als die vorangegangenen im Outback.
Der mit Abstand denkwürdigste Gaumenschmaus, war allerdings das fürstliche Mal, welches ich meinen Gefährten an diesem Abend kredenzte. Sich die Lippen beleckend standen sie erwartungsvoll hinter mir, während ich einen Handschlag gezielter und brillanter als den vorherigen ausführte. Keiner von uns – am allerwenigsten Patrick – konnte es mehr erwarten sich an dieser ausgemachten Köstlichkeit zu erlaben. <IONIE OFF>
Ich hab in meinem ganzen Leben noch nie so entsetzte Gesichter gesehen. Diese Blicke werd ich glaub ich niemals vergessen :D Könnt mich schon wieder totlachen :D
Der Speiseplan sah im Prinzip gar nicht so kompliziert aus (er bestand nur aus Spagetti und Fertigsoße aus dem Glas). Im nach hinein würde ich sagen, dass das Übel damit begann, das ich einfach viel zu großen Hunger hatte. Das Fundament meiner Kochbemühungen bestand also daraus in KURZER Zeit VIEL verspeisbares Material zu erzeugen. Konkret bedeutet das: Ich hab nen halbes Kilo Spaghetti innen viel zu kleinen Topf mit nem knappen Liter kalten Wasser geschmissen und drauf gehofft, dass sie bereits während des Erhitzens ein wenig weich werden. Und sie sind weich geworden. Allerdings wird jeder der das schon mal versucht hat wissen, wie die Spagetti danach aussehen. Wobei der Artikel „die“ für unsere Spagetti an diesem Abend eigentlich nicht wirklich zutreffend ist, da sie aufgrund der geringen Größe des Topfes eigentlich nur noch eine große Spaghetti waren. Und Spagetti warens eigentlich auch nicht mehr, ging eher in Richtung Mehlbrei oder Mehlkloß der nach innen hin immer härter wurde.
Maßlos angewidert von der Perversion dieser Lebensmittelmisshandlung schauten mich alle drei wortlos an und lauschten meinen sinnentleerten Anekdoten, mit denen ich versuchte ihnen dieses „was auch immer“ als essbar zu verkaufen. Irgendwann brach Patrick (wir erinnern uns: Italiener mit Leib und Seele) das schweigen und verkündete völlig entsetzt, dass das so ziemlich das schlimmste sei was ihm je passiert ist. Das ohnehin schon recht dünne Eis, auf dem meine „Pasta“ sich befand, war soeben direkt in die Sonne gefallen und mitsamt der Nudeln vaporisiert worden. Mit einem recht verzweifelten aber dennoch einstimmigen „Ich kann das nicht essen.“ verkündeten nun auch die anderen Beiden, wie sie zu meinen Kochkünsten standen und beschlossen ebenso einstimmig, dass Patrick gleich die nächsten Spagetti kocht. Da ich, wie ihr ja alle wisst, recht gern zu meinem Witz stehe, lies ich mich einfach an Ort und Stelle nieder und begann mir meine Mehlpampe schmecken zu lassen. Geschmacklich könnte man das Ganze als eine schleimige Version unserer Survivalfladen aus Karlsruhe einordnen, wobei die wirklich um Längen besser waren…
Naja, nachdem die anderen dann ihre vollwertigen Spagetti zu sich genommen hatten und mir von Meinen zu schlecht geworden war um weiter zu essen, ging es dann wie bereits oben beschrieben an den Strand Sterne gucken.

12.2.13

Und wieder ein Tag mit großen Plänen! Zu aller erst hieß es mal zeitig aufzustehen, da der Platz an dem wir dieses Mal genächtigt hatten eigentlich kostenpflichtig ist und wir in der letzten Nacht froh genug waren den Platz überhaupt gefunden zu haben und wenig Motivation verspürten, noch nach irgendwelchen Rangerbüros zu suchen. Dass das frühzeitige Packen die Idee des Tages war bestätigte sich, als der Ranger uns entgegen kam um Geldbußen von Schwarzcampern ein zu kassieren und wir gerade alles fertig gepackt hatten. Mit Bleifuß ging es also zurück nach Exmouth, wo wir ein weiteres Eier-Käsesandwich-Frühstück genossen.

Unmittelbar danach wollten wir uns dann eigentlich ein Boot mieten und den Tag auf See verbringen (in Australien gibt es keinen Bootsführerschein :) was uns aber aufgrund widriger Umstände verwehrt blieb. Bis heute weiss keiner warum aber Patrick, Marcel und ich waren nach dem Frühstück auf einmal dermaßen verspult im Kopf, das wir zum Leidwesen von Mailing über Stunden hinweg einfach gar nichts mehr auf die Reihe bekommen haben. War glaub ich mit Abstand der witzigste Morgen unserer Tour (zumindest für uns drei) :D Nachdem wir diverse Einwohner des idyllischen Städtchens mit irgendnem Mist vollgelabert, Mailing vergrauelt und das Auto unter Wasser gesetzt hatten liefen die Gehirne allmählich wieder an und wir begriffen, dass es mittlerweile zu spät war, um sich das Boot noch zu mieten. Nach reiflicher Überlegung kamen wir dann zu dem Schluss, dass wir wieder zurück in den Park fahren sollten, um uns noch einige Sehenswürdigkeiten zu gönnen und dann an irgendeinem schönen Strand zu entspannen.
Die Nacht verbrachten wir auch heute wieder an einem Strand inmitten des Parks (diesmal legal) und wir erfuhren das erste Mal auf unserer Reise die verheerenden Auswirkungen der Gezeiten. Glücklicher Weise waren wir weitsichtig genug, um die drohende Gefahr zu erkennen und unsere Zelte doch besser wo anders aufzubauen. Ein paar Stunden nachdem wir uns auf unserem Platz zweiter Wahl niedergelassen hatten befand sich der Platz erster Wahl nämlich bereits unter Wasser. Recht eindrucksvoll wie weit das Wasser da innerhalb von ein paar Stunden den Strand hoch geklettert ist…

13.2.13
Und so schnell kanns gehen.. Nach einem ausgiebigen letzten gemeinsamen Frühstück brachten wir die gute Mailing zum Flughafen und verabschiedeten uns schweren Herzens. Danach ging es für die Jungs und mich weiter nach Karratha, in dem mich wieder einmal ein Kulturschock miesesten Ausmaßes erwarten sollte. Aber davon ahnte ich ja noch nichts, also fuhren wir guter Dinge wiedermal Stundenlang durch die Prärie und kamen meinem Endziel immer näher und näher.

Etwa zehn Kilometer vor Karratha hielten wir an einem Roadhouse, in dem man laut Daniels Campingführer kostenfrei duschen und übernachten durfte solange man irgendwas kauft. Noch guter Dinge stiegen wir aus dem Auto und bemerkten dann allerdings schnell, dass es hier irgendwie anders ist. Aus irgendeinem Grund fühlte sich die FlipFlop-Badeshorts-Kombination im Sunnyboylook, die wir seit den letzten zwei Wochen durchgängig trugen, einfach nicht mehr Situationsgerecht an. Anstatt der diversen anderen Backpacker, die wir die letzten Wochen um uns hatten, sah man hier nur noch bärtige, dreckige Männer in Arbeitsklamotten mit einer Mindestgröße von 2,10m und einer Spannweite von mindestens einem Meter. Nachdem der erste Typ Marcel gefragt hatte, was uns denn gerade in diese Gegend verschlagen hatte, fühlten wir uns darin bestätigt, hier nicht ins Bild zu passen. Jetzt waren wir wirklich ne Boyband…

Um so näher wir der Stadt kamen um so unbehaglicher wurde das Ganze. Die Landschaft verwandelte sich mehr und mehr zu einer einzigen riesigen Baustelle und auf der Strasse waren wir mittlerweile so ziehmlich das einzige Auto geworden. Der Rest des Verkehrsgeschehens bestand eigentlich nur noch aus riesigen Trucks und Pickups. Auch die Stadt selbst unterschied sich davon nicht wesentlich, überall Baustellen, riesige Autos und haufenweise echte Männer. Und hier wollte ich jetzt also die nächsten Monate verbringen…
Nachdem wir uns sicher waren nicht im Roadhouse schlafen zu wollen und der Campingplatz 50 Dollar pro Nacht kosten sollte, entschieden wir uns nach dem einzigen Hostel der Stadt zu suchen. Kam mir eigentlich recht gelegen, da das letzten Endes eh mein Ziel gewesen wäre. Am Hostel angekommen begrüßte uns ein dauerhaft an der Tür angebrachtes Schild mit der Aufschrift „No Beds available for this night“. Einige Minuten später (nachdem uns jemand die verschlossene Tür geöffnet hatte) wurde uns das auch noch einmal von der Hostelmanagerin verifizieren. Was nun? Erstmal zu KFC und das Ganze bei ner Portion Magenschleimhaut vernichtendem Fastfoodgift sacken lassen!
Nachdem ich die gute Coraline (eine Französin die ich in Perth kennen gelernt hab und die hier bereits seit 2 Wochen lebt) angerufen hatte war ich erst mal erleichtert – für die Nacht können wir bei ihr im Haus unter kommen. Adresse gecheckt und los gings. Etwas verwirrt standen wir nun zum zweiten Mal vor dem Hostel (ich dachte sie wohnt in einem SharedHouse) und nach einem kurzen Schnack mit der Managerin führte sie uns zu unseren Betten (aha, so läuft das also in Karratha…).
Das erste was ich in meinem Zimmer zu hören bekam, war ein Ratschlag zum Thema „Welche Creme wende ich wie an, wenn ich mir auf der Arbeit den Arsch wund geschwitzt/gescheuert hab“ – kein Witz! Also gleich wieder raus aus dem Zimmer in den Innenhof. Da das Gebäude in U-Form angeordnet und alle Fenster vergittert waren, fühlte ich mich hier irgendwie mehr wie im Knast als in einem Hostel. Und auch das nächste Gespräch, was ich mit dem glatzköpfigen und reichlich tätovierten Iren führte, machte die Situation nicht besser. Ehrlich gesagt wusste ich nich so recht ob ich lachen oder heulen sollte, nachdem er mir berichtet hatte, dass er Irland verlassen hat, nachdem er den Polen der ihm seinen Job als Schweißer weggenommen hat, fast umgebracht hatte… Und das ging den ganzen Abend so weiter… Auch Patrick und Marcel machten sich nach diesem Abend beträchtliche Sorgen darum, wie es wohl mit mir weiter geht, nachdem sie mich am nächsten Tag allein zurück lassen würden.
Nachdem wir am nächsten Tag auf Jobsuche gegangen und die beiden noch eine Nacht länger geblieben waren, hieß es dann Abschied nehmen. Kurz vorm heulen (weil wir einfach die geilste Crew waren und mir vor allem der gute Patrick über die letzten anderthalb Monate ganzschön ans Herz gewachsen war) verabschiedete ich mich dann am nächsten Morgen auf unbestimmte Zeit von den beiden Chaoten. Damit nahm der RoadTrip dann endgültig sein Ende und der Ernst des Lebens hielt wieder Einzug..

An dieser Stelle nochmal besten Dank an euch vier, war bis jez echt die geilste Zeit in Australien :)

 

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RoadTrip – Perth nach Exmouth 2

Aalso: „Van kaputt!“ – um den Horror, mit dem ich den letzten Eintrag beendet habe, in zwei Worten zusammen zu fassen. Was sollten wir also tun? Da wir bereits vor Ort erkannten, dass der Knall, der vor dem Verlust der Zugkraft des Vans zu vernehmen war, vom platzenden Kühler gekommen war, blieb uns nichts anderes übrig als das Auto zur nächsten Werkstatt zu schleppen. Und die befand sich selbstverständlich … genau … in Kalbarri.
Da wir selber leider kein Abschleppseil dabei hatten, fuhren wir also mit dem Corolla zurück nach Kalbarri und bekamen die volle Härte einer nicht florierenden Marktwirtschaft zu spüren. Da die Leute in diesem Dorf leider alle miteinander verschwägert zu sein schienen und verstanden hatten, dass wir nicht einfach zur Konkurrenz gehen können, wenn sie versuchten uns auszunehmen, könnt ihr euch ja denken was auf uns zu kam. Wir konnten uns natürlich nirgends ein brauchbares Abschleppseil kaufen oder leihen, dafür gab es ja den örtlichen Abschleppdienst. Dieser bot uns dann an den Van für kostengünstige 150 Dollar zurück in die Stadt zu schleppen. Nachdem wir dann Leute um Hilfe baten die wir vorher bereits kennen gelernt hatten, senkte sich der Preis zumindest auf 100 Dollar. Das praktische daran war, das der Abschleppmensch unserer Wahl auch eine Werkstatt hatte, in der er sich den Van gleich einmal anschaute.

Inzwischen hatten wir uns damit abgefunden noch einen Abend hier zu verbringen und quartierten uns im „Kalbarri Backpackers YHA“ ein. Am Abend stellten wir dann noch diverse Verschwörungstheorien auf, welche zum Inhalt hatten, dass das ganze Dorf aus sabotierten Backpackern bestand und wir bereits als neue Einwohner verzeichnet waren (der Van stand ja schließlich einen halben Tag unbeaufsichtigt herum…). Trotz der latenten Angst im Nacken den Rest meines Lebens hier verbringen zu müssen, hatte ich in unserem nicht klimatisierten Achtbettzimmer für 28 Dollar pro Nacht dann aber trotzdem noch eine angenehme Nacht.

5.2.13
Am nächsten Tag erhielten wir wie erwartet die Nachricht das der Motor, ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen wurde und rundum erneuert werden müsste. Auf diesem Flecken unseres Erdballs blieb dem guten Daniel natürlich nichts anderes übrig, als den Van zum veranschlagten Preis reparieren zu lassen. Ab diesem Moment war allen klar das unser RoadTrip leider nicht wie geplant weitergehen würde.

Nach einiger Überlegung entschlossen wir uns dafür zu fünft im Corolla bis nach „Shark Bay“ hoch zu fahren und dort die nächsten zwei Tage zu verbringen, die der Van zu seiner Genesung brauchte. Danach würden wir den Van wieder abholen und weiter gehts. Das entsprach zwar nem Umweg von etwa 800 Kilometern und das meisste von unserem Gepäck mussten wir im Hostel einschliessen aber was solls. Denke das war zu dem Zeitpunkt das beste was wir machen konnten.

Wieder guter Dinge machten wir uns auf den Weg. Nachdem wir den Nationalpark zum mittlerweile siebten Mal durchquert hatten, befuhren wir die längste Strasse die wir bis zu diesem Zeitpunkt jemals gesehen hatten. Bis auf 2 Roadhäuser gab es auf den ganzen 400 Kilometern bis zu unserem Ziel nichts ausser Unmengen von Sand und Sträuchern, die sich in nichts voneinander zu unterscheiden schienen. Am krassesten waren die etwas über 60 Kilometer vor dem „Overlander Roadhouse“ auf denen es noch nicht einmal Kurven gab :D
Die erste Sensation die für heute auf dem Plan stand waren die atemberaubenden Stromatolithen! Diese Uhrzeitmonster gelten mit einem Alter von 3,5 Milliarden Jahren als die wahrscheinlich älteste Lebensform auf unserem geliebten Planeten. Überlebende Kolonien wurden bis jetzt lediglich in einem entlegenen Teil von Afrika und hier entdeckt. Voller Erwartung reckten wir unsere Hälse als wir den Steg betraten, welcher uns zu diesen Uhrgewalten der Natur führen sollte. Da es mir ehrlich gesagt schwer fällt, diese Erfahrung in Worte zu fassen verweise ich an dieser Stelle wieder mal auf die Bilder :P
Als zweiter Stop stand der „Shell Beach“ auf unserer Liste, welcher wie der Name bereits vermuten lässt komplett aus Muscheln besteht. Viel mehr gibt’s dazu eigentlich auch nicht zu sagen. Nach einigem Rumgechille und einer ausgiebigen Fotosession ging es dann weiter zum „Eagle Bluff“, welcher mit Abstand der beste Campingspot war, den wir bis dahin becampt hatten! Auf einer Düne etwa 40 Meter vom Strand entfernt schlugen wir unsere Zelte auf und genossen einen der geilsten Sonnenuntergänge, die ich je miterleben durfte. Danach gab es wie immer ein Gourmetmahl vom feinsten –> Dosenminestrone mit Reis :D
Im Anschluss ließen wir den Abend wie immer in Begleitung einiger Biere ausklingen und genossen den ungetrübten Blick auf die Sterne. An dieser Stelle sei erwähnt das ich in meinem ganzen Leben noch nie Sterne so krass funkeln gesehen hab. Damit machen die atmosphärischen Gegebenheiten und die nicht vorhandene Eintrübung des Himmels durch künstliche Lichtquellen das Sternzelt überm Outback zum Geilsten das ich je gesehen hab. Konnt ich mich immer kaum dran satt sehen :D

6.2.13
Nach einer wie vorhergesehen recht windigen Nacht gab es erst mal mein patentiertes Blitzfrühstück (gabs eigentlich jeden morgen, ka warum ich da jetzt erst dran denke). Dies besteht aus Gründen der finanziellen, logistischen und prozeduralen Effizienz darin, mir ein Toast in den Mund zu stopfen und es mit Hilfe von einigen Schlucken Orangensaft hinunter zu spülen. Das Ganze wird einfach vier mal wiederholt und schon hat man mit nicht einmal 2 Minuten Zeiteinsatz ne Grundlage geschaffen, die für mindestens 2 Stunden vorhält :) Und am Ende ist das Ganze auch noch erheblich gesünder als wenn man das Toast mit Nutella konsumiert!

Anschliessend nahmen wir Kurs auf „Monkey Mia“, einem Ressort mit Hauptattraktion „Delfinütterung“. Zusammen mit bestimmt 60 anderen Touristen begafften wir dann die Delfine, welche vor dem Strand (zumeist an der Wasseroberfläche) ihre Runden drehten und lauschten den Geschichten der Ranger über die einzelnen erschienen Delfine. Zu guter Letzt war Fütterungszeit, bei der die gute Mailing die Ehre hatte einem Delfin einen Fisch zu kredenzen, welchen er dann sogar an nahm.
Nachdem die Delfine keinen Bock mehr auf uns hatten, widmeten wir uns der Beobachtung der Pelikane und der unbeholfenen Asiaten, die unbedingt Fotos mit ihnen machen mussten. Dabei waren wir uns Zeitweise uneinig, welche der beiden Parteien tölpeliger aussah :D Als die Asiaten nach der zehnten Attacke der Pelikane dann auch langsam eingesehen hatten, das diese nicht scharf auf Fotos oder Umarmungen von ihnen sind, war die Thematik ausgelutscht und wir beschlossen den Rest des Resorts zu erkunden. Diese Erkundung fand ihr Ende als Patrick nach etwa 50 Metern das Frühstücksbuffet entdeckt hatte :D Da das Buffet für den AllYouCanEat-Preis von nur 15 Dollar echt ein Knaller war, zogen wir alle mit und genossen damit das wohl beste Frühstück auf unserem Trip. Danach schafften wir es gerade noch zu den etwa 30 Meter vom Buffet entfernten Palmen, unter denen wir die nächsten Stunden vor uns hin gammelten.

Irgendwann machten wir dann noch unseren Rundgang und beschlossen nach einer ausgedehnten Debatte zum Thema „Kompfortvorstellungen auf nem RoadTrip“ diese Nacht im Resort zu verbringen. Abgesehen davon, das dass sowieso das erste mal war das ich ernsthaft mit ner Gruppe unterwegs war, war das auch das erste mal für mich das unterschiedliche Grundvoraussetzungen und Einstellungen zum Reisen zu Meinungsverschiedenheiten geführt haben. Das heisst das Marcel und ich eher auf „Ich schlaf gern auffm Boden weils gratis is“ waren und Patrick und Daniel eher in Richtung „Hauptsache richtiges Bett, auch wenns mich 50 Dollar pro Nacht kostet“ gingen. Naja, am Ende nächtigten Marcel, Mailing und ich auf dem Zeltplatz des Resorts und Patrick und Daniel in ihrer Suite womit wir dann auch alle zufrieden waren :)
Vorher gabs dann noch ein fürstliches Abendmal mit anschließender bierbasierter Belustigung und einer Runde „Wer-ist-wer?“ mit zwei Medizinstudentinnen, die anscheinend kein Geld für eigenes Bier hatten..

7.2.13
Dieser Tag bestand im Prinzip eigentlich auch nur aus fliegendem Wechsel zwischen Schattenplatz unter den Palmen und plantschen im Pool. Waren definitiv die zwei unbeschwertesten und entspannendsten Tage seit dem ich in Australien bin :D
Als der Nachmittag sich langsam dem Ende entgegen neigte machten wir uns dann wieder auf in Richtung Kalbarri. Genächtigt wurde wieder auffm selben Platz, auf dem wir bereits vor 5 Tagen waren.

8.2.13
Da waren wir also wieder – SweetHome Kalbarri. Und so sonnig und viel versprechend der Tag nach dem aufstehen auch anmutete, viel Gutes sollte uns hier auch heute nicht widerfahren. Nachdem Daniel sich mit Glen (dem Werkstattmann) kurzgeschlossen hatte, mussten wir uns leider eingestehen das unsere gemeinsame Reise hier nun ihr Ende findet :(
Ehrlich gesagt weiss ich schon gar nicht mehr was nun genau schief gelaufen war. Glaube er hat irgendwelche falschen Teile geliefert bekommen gehabt aber am Ende liefs auf jeden Fall darauf hinaus, das der Van wohl noch mindestens eine Woche brauchen würde, bis es ihm wieder gut ginge. Daniel traf daraufhin die einsame Entscheidung sich für die nächste Woche im uns bereits bekannten und komplett menschenleeren Hostel ein zu quartieren. Schweren Herzens bepackten wir also den Corolla mit unseren Habseligkeiten und genossen unser letztes gemeinsames Frühstück in einem ausnahmsweise geöffneten “Restaurant”.
Hier ein offenes Restaurant zu finden hat uns ja schon überrauscht aber das Essen, was man uns hier kredenzte, hat uns dann endgültig aus den Latschen gehauen. Die wohl eigentümlichsten und zugleich besten Burger die meinen Gaumen jehmals umschmeichelt haben. Leider Gottes haben wir von den Dingern kein Foto gemacht aber ich denke nen Platz in unseren Herzen ist für dieses grandiose Abschiedsmahl auf ewig reserviert.

Naja, nach diesem einprägsamen Erlebnis haben wir uns dann endgültig vom guten Daniel verabschiedet und machten uns auf, um den Nationalpark zum mittlerweile neunten mal zu durchqueren. Und wies dann weiter gegangen ist, erfahrt ihr in der nächsten Folge wenn es wieder heisst…

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RoadTrip – Perth nach Exmouth

Nachdem die Storageprobleme auf unserem Server jetzt der Vergangenheit angehören, ergötzt euch nun am längst überfällige Post zum Thema Roadtrip! Vorweg kann man schonmal sagen: Es war ein mordsgeiler Trip mit einer mordsgeilen Gruppe, besten Dank an alle die mitgewirkt haben! Also los gehts:

2.2.13
Nach mittlerweile 7 Wochen mit der WBL-Fam wirds langsam mal Zeit weiter zu ziehen. Anlass dazu gab die gute Mailin, welche vor etwas über einer Woche im Hostel ankam und uns (Patrick und mir) von ihren Plänen zum Thema “Roadtrip nach Exmouth” erzählte. Die Frage ob wir mitkommen wollen bejahten wir kurzer Hand einfach. Die zwei anderen Kumpanen Daniel und Marcel verkündeten ihre Zustimmung dann einige Tage später.
Bestens gerüstet machten wir uns an diesem sonnigen Samstag also mit Daniels Campervan und gemietetem Corolla auf in unser 10 tägiges Abenteuer. Aus dem geplanten „um 9 geht’s los“ wurde dann selbstverständlich auch wieder ein „halb 2 ist ja auch noch okay“. Aber wie es ja immer so ist schafft man am ersten Tag doch noch so einiges.
So drehten wir an diesem Tag einige Runden durchs übel riechende Lancelin und gingen dort Sandboarden (was man auf jedenfall mal gemacht haben sollte). Da wir uns die Boards leider vor der Ausgabe nicht richtig angeschaut hatten, gab es nach dem Spass dann noch eine angeregte Debatte mit der guten Dame von der Ausgabe und ihrer Managerin (bei einem Board war die Bindung kaputt). Da die Beiden von dem Gedanken, uns die volle Miete zu erstatten, nicht sonderlich angetan waren, entschloss sich der gute Marcel dann für eine etwas rigorosere Verhandlungsvariante. Er drohte einfach damit den Laden um Shopartikel mit einem Wert in Höhe unserer zu erstattenden Miete zu erleichtern (was er dann auch tat). Plötzlich wurden die guten Damen dann einsichtig, erstatteten uns die Miete und verabschiedeten uns mit einem netten „You fuckin pathetic! Never come back again!“.
Abends schlugen wir unsere 12 Dollar-Zelt dann im „Rape Inn“, einem recht zwielichtig drein blickenden Campingspot inmitten des Outbacks auf und hatten noch einen schönen Abend. Der Höhepunkt des Abends bestand dabei in der Sichtung eines undefinierbaren Flugobjekts, welches beim Eintritt in die Atmosphäre mit einem unglaublich langen, breiten und bunten Schweif verglühte.

3.2.13
Nach einem massiven Bienenangriff direkt nach dem Aufwachen, packten wir einfach so schnell wie möglich unsere sieben Sachen und fuhren weiter in Richtung Geraldton. Dies war dann auch das letzte „Ballungsgebiet“, was wir für die nächsten Tage zu Gesicht bekommen sollten, welches der Bezeichnung „Stadt“ noch gerecht wurde. Nach einem Frühstück im „Dome“, ner Runde Gammeln am Strand und einer Dusche im Kinderwasserpark gings dann weiter gen Port Gregory. Hier wollten wir den „Pink Lake“ – ein See der auf Grund irgendwelcher Bakterien tatsächlich Pink ist – bestaunen. An dieser Stelle bekamen wir zum ersten mal zu spüren, warum hier grad nicht wirklich Reisesaison herrscht. Aufgrund des pervers heissen und ebenso niederschlagsarmen Sommers war der See doch recht klein geworden. Soll heissen das Matschloch war also nicht so der Hammer -.-
Als erheblich spektakulärer empfanden wir da ein kleines öffentliches Klohäuschen auf der Küstenseite des Dorfes. Die sanitäre Einrichtung bestand hier ausnahmslos aus gebürstetem Edelstahl wobei die Toiletten und Waschbecken mit ihren sanften Rundbauelementen auf eine sehr zurückhaltende Art und Weise auch mal zu einer längeren Sitzung einluden.
Die relativ breite Ausführung des Pissoirs bietet Kapazitäten für bis zu 3 Personen und befindet sich am Ende der Örtlichkeit. Mit seiner kantigen Bauform differenziert es sich harsch vom gemütlichen Raumklima und strahlt in erster Linie Effizienz und Zweckmäßigkeit aus. Man könnte es auch ohne Vorbehalt als das Expressabteil der Örtlichkeit bezeichnen, was allerdings keineswegs negativ auffällt. Diese recht spielerische Zusammenstellung korrespondiert dabei perfekt mit den massiven Sandsteinwänden, welche in schlichtem mediterranen terrakotta daherkommen und der Örtlichkeit im Gesamten zu einer recht wohnlichen Atmosphäre verhelfen. Aufgrund dieser hohen architektonischen Stimmigkeit fällt es im Praxistest auch leicht über kleine Unsauberkeiten auf dem sonst gut geführten Boden hinwegzusehen. Deutlich wird dies an der in Toilette 2 befindlichen Toilettenpapierrolle, welche mit viel Sinn für Ästethik auf dem Toilettenkabinenboden verteilt wurde. Grazil schlängelt sie sich über den Boden um dann am Toilettensockel ihr Ende zu finden. Ein Gedicht!

Nach diesem kleinen kulturellen Exkurs gings dann weiter nach Kalbarri, was wir später noch besser kennen lernen sollten als uns lieb war…
Nach einer recht erfolglosen Shoppingtour (weil in dem Kaff irgendwie alles um 4 oder früher zu macht) fuhren wir weiter zu unserem nächsten Campingplatz, welcher hinter dem etwa 70 Kilometer breiten Kalbarri Nationalpark gelegen war. Hier sah es dann auch schon erheblich einladender aus als auf dem der letzten Nacht. Somit schliefen wir in dieser Nacht auch (fast) alle besonders gut :)

4.2.13
Anstatt der Bienen waren es an diesem Morgen raue Mengen von Fliegen, die uns zu attackieren begannen, als wir unsere Zelte verließen. Zurück in Kalbarri waren wir einkaufstechnisch heute erheblich erfolgreicher als am Vortag. Als wenn das nicht schon erfreulich genug wäre fanden wir im Anschluss auch noch eine öffentliche Toilette mit kostenlosen Duschen an der Aussenwand. Das is das praktische, wenn man an der Küste entlang reist – an jedem Strand gibt’s öffentliche Klos und Duschen :)
Der Strand war allerdings mindestens genau so langweilig wie Kalbarri selbst, also machten wir uns nach unserer Dusche sofort auf zum Nationalpark. Da hierfür eigentlich ein Geländewagen mit Vierradantrieb (hier in Australien „FourWheelDrive“ oder einfach nur 4×4) empfohlen wurde, ließen wir den Van auf dem Parkplatz stehen und quetschten uns zu fünft in den Corolla, welcher gleich dem Härtetest seines Lebens unterzogen werden sollte.
Die gleiche Straße, die wir campingbedingt bereits 2 mal befahren hatten, führte uns auch dieses mal wieder zum Ziel – eine Dirtroad in Richtung „Z-Bend“ und „The Loop“ inmitten des Kalbarri National Parks. Nachdem wir bei 30 km/h bereits das Gefühl hatten, das das Auto jeden Moment beginnt wie in einem Cartoon zu allen Seiten in seine Einzelteile zu zerfallen, bis wir dann 5 Sekunden später nur noch auf Grundgestell und Rädern zum stehen kommen, beließen wir es erst einmal bei 10 km/h. Eine halbe Minute später waren wir uns dann doch einig die Situation noch einmal voll aus zu reizen (wir haben die Vollkasko ja schließlich nicht um sonst gebucht ;)

Festzustellen bleibt nach dieser Aktion:
- bereits ab 35 km/h wird das Auto schon wieder leiser, da es beginnt
einfach über die Huckel und Schlaglöcher hinweg zu fliegen
- ab etwa 50 ist das Geholper kaum noch zu spüren
- ab 60 lenkt sich das Auto nach Aussage des Fahrers Patrick bereits
mehr wie ein Boot als wie ein Auto, da es nicht mehr über die Huckel
hinweg fliegt sondern durch sie hindurch schwimmt
- ab 70 verliert das Lenken nahezu komplett seine Bedeutung
- ab 90 hab ich angefangen zu beten das uns nicht von irgendwo plötzlich ein Auto entgegen kommt
- als wir die 100 geknackt hatten, beschloss der gute Patrick dann
Gott sei dank das wir jetzt schnell genug vorankommen :D

Zu unser aller Erstaunen haben die über 50 Kilometer „wie Colin McRae durch den Park heizen“ unser Auto in seiner Funktion keines Wegs beeinträchtigt (sogar trotz des Japanerhandicaps!). Das einzige Andenken was uns geblieben ist war ein von nun an latentes Geklapper irgendwo im Innern der Türen :D
Am Z-Bend (der ersten Station) angekommen schlug uns beim Aussteigen zu erst einmal die brütende Hitze entgegen – an die 50 Grad und fast komplette Windstille. Dafür war die Luft aber schön trocken :D Das sie das schon seit Monaten ist ließ sich leicht in der Umgebung erkennen. Ausser ein paar Fliegen, welche uns natürlich gleich gebührend begrüßten, gab es hier einfach kein Leben mehr… Nach etwa 500 Metern Fußmarsch waren wir dann auch schon an der Aussichtsplattform und erfreuten uns an dem für meine Begriffe echt geilen Ausblick. Leider machte sich die Trockenzeit auch hier dahin gehend bemerkbar, dass es in der Schlucht ungefähr gar kein fließendes Wasser gab und wir daher noch weniger Baden gehen konnten, als wir Bock hatten zurück zum Auto zu laufen.
Am Loop erwartete uns dann fast das Selbe. Wieder ein mordsgeiler Ausblick ohne brauchbares Wasser. Alles was übrig geblieben war, waren ein Paar schlammige Wasserpfützen, in denen sich mehr Bakterien als Wasser zu tummeln schienen. Der Unterschied zum Z-Bend bestand hier im Vorhandensein einiger schattiger Plätzchen und einem 8 Kilometer langen Rundwanderweg. Diesen entschlossen wir uns dann allerdings zu überspringen, da wir in dieser unvorstellbaren Hitze kein großes Verlangen verspürten bereits nach den ersten 2 Kilometern verdurstet zu sein.
Danach gings also wieder zurück nach Kalbarri um den Van zu holen.

Die letzte Amtshandlung in Kalbarri bestand darin irgendwo in der Stadt einen Kaffee für unsere kleine Asiatin aufzutreiben, was selbstverständlich wieder in einer bodenlosen Enttäuschung endete.
Einstimmig beschlossen wir, dass wir diese „Stadt“ einfach nur noch hinter uns lassen wollen. So verließen wir Sie also wieder guter Dinge in Richtung Osten und fuhren damit zum 5ten mal durch den Nationalpark. Während wir die Pferderanch etwa einen Kilometer vor Kalbarri passierten feierten wir alle nochmal kurz, das wir hier nie wieder herkommen würden und traten aufs Gas.. ..bis uns dann knappe 40 Kilometer später der Van verreckt ist :(

Und genau so schmerzhaft wie es mir neulich im Kino klar geworden ist, als ich den „Hobbit“ zuende geguckt hatte, werde ich euch nun klarmachen das auch dieses Machwerk ein Dreiteiler ist. Und auf den nächsten Teil müsst ihr bestimmt noch ne Woche warten :( An einem Stück wär das auch maßlos zu viel gewesen. Hätte niemand mehr gelesen glaub ich >.<
Also viel Spass mitte Bilders und bis die Tage!

 

 

Und hier zu guter Letzt noch zwei Panoramas (draufklicken um das richtige Bild zu sehen):

Motorcrosscamp an der Lancelin Dünenfront


The Loop (Nationalpark)


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Februar in Arklow

Naa hab ich zuviel versprochen, kaum sind ein paar Wochen um, schon schon gibt es wieder ein bis zwei Sätzchen zum verinnerlichen.
Da wir uns mittlerweile wieder in Slane befinden und meine Erinnerung was den genauen zeitlichen Ablauf der in Arklow geschehenen Dinge betrifft ein bisschen getrübt ist, mixe ich einfach alles zu einem großen Wörterbrei zusammen den ihr dann vertilgen könnt. Besteck nicht vergessen.

Dieerstentagewarenwunderbarsonnigunddawirerstmalnichtarbeitenmusstenhabenwirdiezeitgenutzumunsmitallemvertrautzumachen.
Das ist mir zu stressig jedesmal das Leerzeichen wieder zu entfernen, sollte ich reflexartig eins setzen.
Nach dem vertrautmachen ging es dann am vierten Tag nach unserer Ankunft auch schon mit dem harten arbeiten los…JEDEN Dienstag Eiersammeln und das Geflügel rausbringen, JEDES Wochenende die Ställe mit neuem Stroh versorgen und die Tiere füttern. Die Eier mussten wir nur Dienstags einsammeln da Attila, der normaler weise dafür zuständig ist an Dienstagen faul in der Uni rumhängt.
Das Füttern und Betten der Tiere wird in der Woche von John übernommen, einem emaligen Gefängnisinsassen auf dem Weg zur Besserung. Warum er saß sag ich nicht.
Ab und zu haben wir noch beim Eierputzen geholfen, was dann aber neben freier Unterkunft und Verpflegung die wir ja so schon hatten, noch mit ein paar extra Euros belohnt wurde.
Zusammengefasst kann man sagen wir haben ein feines Dach über dem Kopf gehabt, jeden Tag zubereitetes Frühstück-/Mittag-/Abendessen und Bezahlung, für 3 Tage die Woche 3 Stunden arbeiten…
In der wenigen hart verdiente Freizeit bin ich an viel zu idyllischen Stränden gejoggt oder habe im Haus Gitarre gespielt, da die Sonne viel zu grell war.
Nun aber mal zu den schlechten Seiten in Arklow. Es war manchmal ein bisschen kalt.

In der letzten Woche habe ich es dann über mich gebracht und bin im Ozean plantschen gewesen. Das 30 Sekunden Video existiert, wird aber der Öffentlichkeit vorenthalten.
Zum Abschluss möchte ich noch erwähnen, dass Gänse die wohl gefährlichsten Lebewesen sind und sie, wären sie 2 Meter größer höchstwahrscheinlich die Menschheit in kürzester Zeit von ihrem selbsterrichtetem Thron stoßen würde.

Wir haben im Moment ein Problem mit der Speicherkapazität unserer Homepage darum wird das mit dem Fotos hochladen erstmal nischts.

Liebsten Gruß

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Rottnest Island – Das Rattennest

For all my english speaking lads: Please use the google translator, I’m just to lazy to write in english, sorry :P

Aaalso, der erste richtige Tagesausflug liegt mittlerweile schon wieder einige Wochen hinter mir. Diese waren gefüllt mit diversen neuen Eindrücken und Erfahrungen, die in meinen Hirnwindungen zur Zeit dominieren aber ich versuch trotzdem nochmal ein paar Erinnerungen zusammen zu kratzen, da es definitiv ein denkwürdiger Tag war.
Los ging es an einem sonnigen Donnerstagmorgen um zwanzig vor 6 Ortszeit. Fachkundige werden an dieser Stelle bereits bemerken, dass das aufs härteste mit dem Donnerstagshangover kollidiert, welchen man sich Mittwochabends stets in der Mustangbar erarbeitet (Studentenabend – 10 Doller für 1,5 Liter Bier – noch günstiger als das Bier vom Discounter). Anstatt den Kater in vollen Zügen zu genießen standen wir an besagtem Donnerstag also schön früh auf, um Perths Ausflugsziel Nummer 1 zu erkunden. Halb im Delirium schaffte ich es mich in die Küche zu schleppen und den Wasserkocher davon zu überzeugen, mir die zweite Grundzutat für mein Frühstück bereitzustellen: „Coles Asiasnack – Noodles with Chickentaste“. Nach einer zehnminütigen Pause auf der Couch konnte der Gaumenschmaus dann beginnen. Mittlerweile hatten auch meine Mitstreiter Patrick, Marcel und Mailin zurück ins Leben gefunden. Mailin hatte dabei am wenigsten Spass, da sie bereits frühzeitig und weitestgehend unalkoholisiert nach Hause gegangen und somit ausgeschlafen und fit war.

Eine gute Stunde später saßen wir samt gemieteter Fahrräder und Schnorchelaustrüstungen in einer Fähre mit Kurs „Rottnest Island“.
Angekommen gönnten wir uns zu erst einmal ein anständiges Frühstück im Dome und versorgten uns anschließend mit Lebensmitteln, welche wir taktischer Weise nicht bereits im Coles in Scarborough gekauft hatten (für die Hälfte des Preises).
Die erste megageile Bucht erreichten wir nach etwa einer Stunde Fahrt mit dem Velo (Fahrrad). Unglücklicher Weise wussten wir sie da noch nicht ausreichend zu schätzen, da wir keinerlei Vergleiche hatten aber genossen haben wir es natürlich trotzdem. Weisser Sand so fein wie Mehl und glasklares Wasser machen den Strand zum Besten den ich bis jetzt begehen durfte.
Nach einigem Rumgeschnorchel, Schwimmen, Unterwasserfotosessions, Sonnen und Essen gings dann weiter zu anderen Buchten und einem Leuchtturm.
Auf dem Weg zu diesem sind uns dann auch noch die Namensgeber der Insel über den Weg gelaufen. Die heute als „Quokka“ bezeichneten Minikängurus, welche ausschließlich auf einigen kleinen Inseln vor der australischen Westküste zu Hause sind, wurden hier nämlich früher für riesige Ratten gehalten. Daher der Name Rottnest (von holländisch „Rotte nest“), welcher frei übersetzt so viel bedeutet wie Rattennest. Naja, wenn man sich die Viecher mal genau anschaut, ist das auch gar nicht so weit her geholt :D
Generell aber eine sehr schöne Insel die man auf jedenfall gesehen haben sollte, wenn man die Möglichkeit dazu hat :)

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Arklow

Hey alle Zusammenden und auch die Getrennten.
Unsere letzten Wochen in Skibbereen kann man einfach zusammen fassen:
Regen, Regen, Sturm, Sonnenschein, Regen, Sturm und zwischendurch ein bisschen Regen. Die Arbeiten im Garten vielen dem entsprechend sehr gering aus.
Zu erwähnen wäre da noch nur die Staff Party am  18.01 mit großem Essen, weiter feiern in einem Pub in Skibbereen und anschließendem Absturz in die tiefen des Selbsthasses nach einer durchzechten Nacht, in der man am Ende leicht angeschwipst mit der Hotelmanager in der Küche steht, Bier trinkt und den Abwasch macht.
Mehr darf aus rechtlichen Gründen nicht über diese Nacht geschrieben/gesprochen werden…
Wie viele von euch wahrscheinlich schon nicht wussten, haben wir gestern unsere acht Sachen gepackt, Skibbereen die Schokolandenseite zugekehrt und uns in das Hafenstädtchen Arklow, südlich von Dublin begeben. Das neue Ziel unsere Länderspionage führt uns auf eine Tierfarm mit 28 Kühen, ca. irgandwas mit über 100 Rindern und ungefähr unendlich Enten. Die Farmer Familie besteht aus Papa Sean Mama Amata, deren Töchter 16,14,10 Mary-Ann (16),Lucy (14) und Elizabeth (10) plus Sohn Liam 12. Alle mit roten Haaren und Sommersproßen =), dazu noch 28043 Katzen und einen Hund der Schweinegeräusche imitiert wenn er glücklich ist.
Neben irischem Blut fließt in dieser Familie seit fünf Jahren noch etwas ungarisches Blut und zwar das des Biologiestudenten, hier Mädchen für alles und unser Vorarbeiter wenn man so will, Attila dem Hunnen.
Die Farm liegt auf einem kleinen Hügel etwas abseits von Arklow, wodurch wir einen  100° Blick auf den Ozean, von ungefähr jeder Stelle von der man auf den Ozean gucken kann genießen können. Unsere Unterkunft befindet sich außerhalb des Internetzugriffes. Da ich unter anderem keine Lust habe mit meinem Laptop bei denen im Haus zu verweilen und darauf zu warten, dass das mit dem Bilderhochladen nur ein einziges mal auf Anhieb funktioniert, müsst ihr euch ein wenig gedulden.(Darin müssten alle die meinen Blog regelmäßig verfolgen ja schon geschult sein)

Die Reise verlief absulut reibungslos ohne jegliche unvorhergesehen Komplikationen wie falsch aufgeschrieben Uhrzeiten oder andere Busse…
Unsere erste Nacht haben wir hinter uns und der Ausblick am morgen war grandios.
Ihr werdet sicherlich bald wieder was von uns hören.
Bis dahin bleibt friedlich und fröhlich, machts gut

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