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RoadTrip – Perth nach Exmouth 2

Posted by on März 25, 2013

Aalso: „Van kaputt!“ – um den Horror, mit dem ich den letzten Eintrag beendet habe, in zwei Worten zusammen zu fassen. Was sollten wir also tun? Da wir bereits vor Ort erkannten, dass der Knall, der vor dem Verlust der Zugkraft des Vans zu vernehmen war, vom platzenden Kühler gekommen war, blieb uns nichts anderes übrig als das Auto zur nächsten Werkstatt zu schleppen. Und die befand sich selbstverständlich … genau … in Kalbarri.
Da wir selber leider kein Abschleppseil dabei hatten, fuhren wir also mit dem Corolla zurück nach Kalbarri und bekamen die volle Härte einer nicht florierenden Marktwirtschaft zu spüren. Da die Leute in diesem Dorf leider alle miteinander verschwägert zu sein schienen und verstanden hatten, dass wir nicht einfach zur Konkurrenz gehen können, wenn sie versuchten uns auszunehmen, könnt ihr euch ja denken was auf uns zu kam. Wir konnten uns natürlich nirgends ein brauchbares Abschleppseil kaufen oder leihen, dafür gab es ja den örtlichen Abschleppdienst. Dieser bot uns dann an den Van für kostengünstige 150 Dollar zurück in die Stadt zu schleppen. Nachdem wir dann Leute um Hilfe baten die wir vorher bereits kennen gelernt hatten, senkte sich der Preis zumindest auf 100 Dollar. Das praktische daran war, das der Abschleppmensch unserer Wahl auch eine Werkstatt hatte, in der er sich den Van gleich einmal anschaute.

Inzwischen hatten wir uns damit abgefunden noch einen Abend hier zu verbringen und quartierten uns im „Kalbarri Backpackers YHA“ ein. Am Abend stellten wir dann noch diverse Verschwörungstheorien auf, welche zum Inhalt hatten, dass das ganze Dorf aus sabotierten Backpackern bestand und wir bereits als neue Einwohner verzeichnet waren (der Van stand ja schließlich einen halben Tag unbeaufsichtigt herum…). Trotz der latenten Angst im Nacken den Rest meines Lebens hier verbringen zu müssen, hatte ich in unserem nicht klimatisierten Achtbettzimmer für 28 Dollar pro Nacht dann aber trotzdem noch eine angenehme Nacht.

5.2.13
Am nächsten Tag erhielten wir wie erwartet die Nachricht das der Motor, ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen wurde und rundum erneuert werden müsste. Auf diesem Flecken unseres Erdballs blieb dem guten Daniel natürlich nichts anderes übrig, als den Van zum veranschlagten Preis reparieren zu lassen. Ab diesem Moment war allen klar das unser RoadTrip leider nicht wie geplant weitergehen würde.

Nach einiger Überlegung entschlossen wir uns dafür zu fünft im Corolla bis nach „Shark Bay“ hoch zu fahren und dort die nächsten zwei Tage zu verbringen, die der Van zu seiner Genesung brauchte. Danach würden wir den Van wieder abholen und weiter gehts. Das entsprach zwar nem Umweg von etwa 800 Kilometern und das meisste von unserem Gepäck mussten wir im Hostel einschliessen aber was solls. Denke das war zu dem Zeitpunkt das beste was wir machen konnten.

Wieder guter Dinge machten wir uns auf den Weg. Nachdem wir den Nationalpark zum mittlerweile siebten Mal durchquert hatten, befuhren wir die längste Strasse die wir bis zu diesem Zeitpunkt jemals gesehen hatten. Bis auf 2 Roadhäuser gab es auf den ganzen 400 Kilometern bis zu unserem Ziel nichts ausser Unmengen von Sand und Sträuchern, die sich in nichts voneinander zu unterscheiden schienen. Am krassesten waren die etwas über 60 Kilometer vor dem „Overlander Roadhouse“ auf denen es noch nicht einmal Kurven gab :D
Die erste Sensation die für heute auf dem Plan stand waren die atemberaubenden Stromatolithen! Diese Uhrzeitmonster gelten mit einem Alter von 3,5 Milliarden Jahren als die wahrscheinlich älteste Lebensform auf unserem geliebten Planeten. Überlebende Kolonien wurden bis jetzt lediglich in einem entlegenen Teil von Afrika und hier entdeckt. Voller Erwartung reckten wir unsere Hälse als wir den Steg betraten, welcher uns zu diesen Uhrgewalten der Natur führen sollte. Da es mir ehrlich gesagt schwer fällt, diese Erfahrung in Worte zu fassen verweise ich an dieser Stelle wieder mal auf die Bilder :P
Als zweiter Stop stand der „Shell Beach“ auf unserer Liste, welcher wie der Name bereits vermuten lässt komplett aus Muscheln besteht. Viel mehr gibt’s dazu eigentlich auch nicht zu sagen. Nach einigem Rumgechille und einer ausgiebigen Fotosession ging es dann weiter zum „Eagle Bluff“, welcher mit Abstand der beste Campingspot war, den wir bis dahin becampt hatten! Auf einer Düne etwa 40 Meter vom Strand entfernt schlugen wir unsere Zelte auf und genossen einen der geilsten Sonnenuntergänge, die ich je miterleben durfte. Danach gab es wie immer ein Gourmetmahl vom feinsten –> Dosenminestrone mit Reis :D
Im Anschluss ließen wir den Abend wie immer in Begleitung einiger Biere ausklingen und genossen den ungetrübten Blick auf die Sterne. An dieser Stelle sei erwähnt das ich in meinem ganzen Leben noch nie Sterne so krass funkeln gesehen hab. Damit machen die atmosphärischen Gegebenheiten und die nicht vorhandene Eintrübung des Himmels durch künstliche Lichtquellen das Sternzelt überm Outback zum Geilsten das ich je gesehen hab. Konnt ich mich immer kaum dran satt sehen :D

6.2.13
Nach einer wie vorhergesehen recht windigen Nacht gab es erst mal mein patentiertes Blitzfrühstück (gabs eigentlich jeden morgen, ka warum ich da jetzt erst dran denke). Dies besteht aus Gründen der finanziellen, logistischen und prozeduralen Effizienz darin, mir ein Toast in den Mund zu stopfen und es mit Hilfe von einigen Schlucken Orangensaft hinunter zu spülen. Das Ganze wird einfach vier mal wiederholt und schon hat man mit nicht einmal 2 Minuten Zeiteinsatz ne Grundlage geschaffen, die für mindestens 2 Stunden vorhält :) Und am Ende ist das Ganze auch noch erheblich gesünder als wenn man das Toast mit Nutella konsumiert!

Anschliessend nahmen wir Kurs auf „Monkey Mia“, einem Ressort mit Hauptattraktion „Delfinütterung“. Zusammen mit bestimmt 60 anderen Touristen begafften wir dann die Delfine, welche vor dem Strand (zumeist an der Wasseroberfläche) ihre Runden drehten und lauschten den Geschichten der Ranger über die einzelnen erschienen Delfine. Zu guter Letzt war Fütterungszeit, bei der die gute Mailing die Ehre hatte einem Delfin einen Fisch zu kredenzen, welchen er dann sogar an nahm.
Nachdem die Delfine keinen Bock mehr auf uns hatten, widmeten wir uns der Beobachtung der Pelikane und der unbeholfenen Asiaten, die unbedingt Fotos mit ihnen machen mussten. Dabei waren wir uns Zeitweise uneinig, welche der beiden Parteien tölpeliger aussah :D Als die Asiaten nach der zehnten Attacke der Pelikane dann auch langsam eingesehen hatten, das diese nicht scharf auf Fotos oder Umarmungen von ihnen sind, war die Thematik ausgelutscht und wir beschlossen den Rest des Resorts zu erkunden. Diese Erkundung fand ihr Ende als Patrick nach etwa 50 Metern das Frühstücksbuffet entdeckt hatte :D Da das Buffet für den AllYouCanEat-Preis von nur 15 Dollar echt ein Knaller war, zogen wir alle mit und genossen damit das wohl beste Frühstück auf unserem Trip. Danach schafften wir es gerade noch zu den etwa 30 Meter vom Buffet entfernten Palmen, unter denen wir die nächsten Stunden vor uns hin gammelten.

Irgendwann machten wir dann noch unseren Rundgang und beschlossen nach einer ausgedehnten Debatte zum Thema „Kompfortvorstellungen auf nem RoadTrip“ diese Nacht im Resort zu verbringen. Abgesehen davon, das dass sowieso das erste mal war das ich ernsthaft mit ner Gruppe unterwegs war, war das auch das erste mal für mich das unterschiedliche Grundvoraussetzungen und Einstellungen zum Reisen zu Meinungsverschiedenheiten geführt haben. Das heisst das Marcel und ich eher auf „Ich schlaf gern auffm Boden weils gratis is“ waren und Patrick und Daniel eher in Richtung „Hauptsache richtiges Bett, auch wenns mich 50 Dollar pro Nacht kostet“ gingen. Naja, am Ende nächtigten Marcel, Mailing und ich auf dem Zeltplatz des Resorts und Patrick und Daniel in ihrer Suite womit wir dann auch alle zufrieden waren :)
Vorher gabs dann noch ein fürstliches Abendmal mit anschließender bierbasierter Belustigung und einer Runde „Wer-ist-wer?“ mit zwei Medizinstudentinnen, die anscheinend kein Geld für eigenes Bier hatten..

7.2.13
Dieser Tag bestand im Prinzip eigentlich auch nur aus fliegendem Wechsel zwischen Schattenplatz unter den Palmen und plantschen im Pool. Waren definitiv die zwei unbeschwertesten und entspannendsten Tage seit dem ich in Australien bin :D
Als der Nachmittag sich langsam dem Ende entgegen neigte machten wir uns dann wieder auf in Richtung Kalbarri. Genächtigt wurde wieder auffm selben Platz, auf dem wir bereits vor 5 Tagen waren.

8.2.13
Da waren wir also wieder – SweetHome Kalbarri. Und so sonnig und viel versprechend der Tag nach dem aufstehen auch anmutete, viel Gutes sollte uns hier auch heute nicht widerfahren. Nachdem Daniel sich mit Glen (dem Werkstattmann) kurzgeschlossen hatte, mussten wir uns leider eingestehen das unsere gemeinsame Reise hier nun ihr Ende findet :(
Ehrlich gesagt weiss ich schon gar nicht mehr was nun genau schief gelaufen war. Glaube er hat irgendwelche falschen Teile geliefert bekommen gehabt aber am Ende liefs auf jeden Fall darauf hinaus, das der Van wohl noch mindestens eine Woche brauchen würde, bis es ihm wieder gut ginge. Daniel traf daraufhin die einsame Entscheidung sich für die nächste Woche im uns bereits bekannten und komplett menschenleeren Hostel ein zu quartieren. Schweren Herzens bepackten wir also den Corolla mit unseren Habseligkeiten und genossen unser letztes gemeinsames Frühstück in einem ausnahmsweise geöffneten “Restaurant”.
Hier ein offenes Restaurant zu finden hat uns ja schon überrauscht aber das Essen, was man uns hier kredenzte, hat uns dann endgültig aus den Latschen gehauen. Die wohl eigentümlichsten und zugleich besten Burger die meinen Gaumen jehmals umschmeichelt haben. Leider Gottes haben wir von den Dingern kein Foto gemacht aber ich denke nen Platz in unseren Herzen ist für dieses grandiose Abschiedsmahl auf ewig reserviert.

Naja, nach diesem einprägsamen Erlebnis haben wir uns dann endgültig vom guten Daniel verabschiedet und machten uns auf, um den Nationalpark zum mittlerweile neunten mal zu durchqueren. Und wies dann weiter gegangen ist, erfahrt ihr in der nächsten Folge wenn es wieder heisst…

One Response to RoadTrip – Perth nach Exmouth 2

  1. Gisela Thies

    Trotz aller Wiedrigkeiten denke ich, das es sehr schön dort ist,
    da kann man richtig neidisch werden.
    Habe zwischendrinn mit Florian telefoniert, er kommt uns nächste Woche mal besuchen.
    Weiter viel Spaß, das heist, jetzt mußt Du ja erst einmal ein bischen arbeiten (macht manchmal auch Spaß).
    Bis bald Muddern

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